Die Urner Wälder leiden


Roman Spirig
Regional / 16.09.19 16:12

Im Kanton Uri sind so viele Bäume beschädigt wie seit vielen Jahren nicht mehr. Hitze, Stürme und vor allem Borkenkäfer machen den Wäldern ernsthaft zu schaffen.

Die Urner Wälder leiden (Foto: KEYSTONE / CHRISTIAN BEUTLER)
Die Urner Wälder leiden (Foto: KEYSTONE / CHRISTIAN BEUTLER)

Vielerorts seien im Wald dürre Nadelbäume zu sehen. Im unteren Kantonsteil fallen vielerorts die rot gefärbten, verdorrten Weisstannen auf, teilte die Urner Sicherheitsdirektion am Montag mit. Der Wassermangel im letzten Jahr habe zum Absterben vieler Weisstannen geführt. Beispielsweise im Bannwald von Schattdorf und Bürglen, oder im Altdorfer Bannwald.

Im Urner Oberland leiden in erster Linie die Fichten (Rottannen) an den Folgen des Hitzesommers 2018. Denn der Borkenkäfer habe sich seither in vielen Gebieten stark vermehrt, heisst es weiter. "Durch Trockenheit geschwächte Fichten sind auf den Borkenkäferbefall besonders anfällig", wird Beat Annen, Vorsteher des Amts für Forst und Jagd, zitiert.

Am stärksten betroffen sind die Wälder in der Gemeinde Gurtnellen. Dort sind Förster damit beschäftigt, vom Borkenkäfer befallene Bäume aus dem Wald zu schaffen oder im Wald zu entrinden. Die Bäume müssen nämlich aufgerüstet werden, so lange sich die Larven der neuen Käfergeneration noch unter der Rinde befinden. Sind die Käfer bereits ausgeflogen, ist es für eine Behandlung zu spät.

In der Gemeinde Gurtnellen sind rund 2500 Kubikmeter Fichten vom Borkenkäfer befallen. Der Forstbetrieb Uri Süd aber verfügt nicht über genügend Personal, um die Arbeit rechtzeitig zu erledigen. Denn vom Befall bis zum Ausfliegen der neuen Käfergeneration dauert es zwischen sieben und zwölf Wochen - je nach Höhenlage und Witterung. So stehen zusätzlich Förster und Maschinen aus praktisch sämtlichen Urner Forstbetrieben und von privaten Unternehmen im Einsatz.

Seit Jahresbeginn wurden insgesamt rund 14'000 Kubikmeter Holz in Urner Wäldern beschädigt. Der Schadholzanteil liege somit bereits bei der Hälfe einer durchschnittlichen Jahresnutzung in Urner Wäldern, wird Sicherheitsdirektor Dimitri Moretti in der Mitteilung zitiert. Im laufenden Jahr müssten in Uri so viele geschädigte Bäume aus dem Wald geschafft werden wie seit vielen Jahren nicht mehr.

(sda)


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