Die Wege von Sion und Fabio Grosso trennen sich


Roman Spirig
Sport / 05.03.21 15:22

Sion trennt sich am Tag nach der 0:3-Niederlage gegen Lugano von Trainer Fabio Grosso. Die Suche nach einem Nachfolger startet Sion am Montag, zuvor steht das wichtige Duell bei Lausanne an.

Der Italiener Fabio Grosso ist ab sofort nicht mehr Trainer des Super-League-Vorletzten Sion (FOTO: KEYSTONE/LAURENT GILLIERON)
Der Italiener Fabio Grosso ist ab sofort nicht mehr Trainer des Super-League-Vorletzten Sion (FOTO: KEYSTONE/LAURENT GILLIERON)

Christian Constantin hat für Grosso mehr Geduld gezeigt, als für manch seiner Vorgänger. 25 Spiele absolvierte der 43-jährige Italiener, 2006 Teil des Weltmeisterteams, als Trainer des FC Sion, ehe dem Walliser Patron des FC Sion der Geduldsfaden doch riss. Einen Tag nach dem 0:3 im Tourbillon gegen Lugano zog Constantin die Reissleine, den Kampf gegen den Abstieg muss fortan ein anderer führen.

Wer die Nachfolge Grossos antreten wird, ist unklar. Wie der FC Sion in einer Mitteilung schrieb, beginnt die Suche nach einem neuen Trainer am Montag, für das wichtige Romand-Derby am Sonntag in Lausanne greifen die Walliser auf eine interne Lösung zurück. Beim Aufsteiger hilft Sion nur ein Sieg, der Rückstand auf den FC Luzern (8.) beläuft sich bereits auf sechs Punkte. Nach 23 Runden der Super League liegen die Walliser mit 22 Punkten auf dem Barrage-Platz, punktgleich mit dem Tabellenletzten Vaduz.

Wieso Constantin mit Grosso so viel Geduld hatte, lässt sich nur zu einem gewissen Teil mit der speziellen Situation um das Coronavirus erklären. Ein weiterer Grund dürfte Nostalgie sein. Constantin hatte in Grosso bei dessen Amtsantritt im letzten Sommer einen Trainer vom Format eines Marcello Lippi erkannt. Doch gab der italienische Gentlemen beim FC Sion bis zuletzt Rätsel auf. Weder taktisch noch personell schien er seine Mannschaft gefunden zu haben. In 25 Pflichtspielen erreichte Sion unter ihm nur gerade fünf Siege, einer davon im Cup gegen den Viertligisten Schötz.

Zuletzt kassierte Sion zwei besonders bittere Heimniederlagen: Dem 0:3 gegen Lugano war ein 0:2 gegen Schlusslicht Vaduz vorausgegangen. Zwei Wochen davor waren die Sittener im Cup-Achtelfinal zudem an Challenge-League-Klub Aarau gescheitert. Nach der Niederlage gegen Lugano warteten aufgebrachte Fans vor dem Stadion auf Trainer und Mannschaft, um sie in die Pflicht zu nehmen. Offenbar interpretierte Constantin ihren Auftritt als Handlungsaufforderung.

(sda)


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