Drittes Auto im Wallis mitgerissen - Averstal abgeschnitten


Roman Spirig
Schweiz / 13.08.19 20:12

Im Wallis ist bei der Flut- und Schlammwelle des Bachs Loesentze in Chamoson am Sonntagabend ein drittes Fahrzeug mitgerissen worden. Es stand am selben Ort, wie die beiden bekannten weggeschwemmten Fahrzeuge, davon eines mit zwei Insassen.

Drittes Auto im Wallis mitgerissen - Averstal abgeschnitten (Foto: KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT)
Drittes Auto im Wallis mitgerissen - Averstal abgeschnitten (Foto: KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT)

Das dritte vom Bach weggerissene Auto war ebenfalls beim Weiler Le Châtelard parkiert, als sich die Wassermassen heranwälzten, wie die Kantonspolizei am Dienstagabend aufgrund einer Auswertung von Videos Privater mitteilte. Ob jemand in ihm sass, konnte die Polizei auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA nicht sagen.

In einem der drei weggeschwemmten Autos sassen ein sechsjähriges Mädchen aus Frankreich und ein 37-jähriger Genfer. Die Suche nach ihnen blieb am Dienstag erfolglos. Die Polizei bat um Hinweise.

Die Chancen, die beiden Personen lebend zu finden, sind laut Rettungschef Benoît Dorsaz "gleich Null". Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung zum genauen Hergang des Unglücks eingeleitet. Aufräumarbeiten zum Teil mit schwerem Gerät liefen.

Derweil konnte die am Montagabend nach einem Steinschlag zwischen Herbriggen und Randa VS unterbrochene Kantonsstrasse im Mattertal am Dienstagmorgen um 11 Uhr wieder für den Verkehr geöffnet werden. Zermatt war solange weder auf Strasse noch Schiene erreichbar.

Im Verlauf des Nachmittags war auch die Bahnstrecke der Matterhorn-Gotthard-Bahn (MGBahn) zwischen Herbriggen und Randa wieder befahrbar, nachdem die Schäden an Geleisen und Fahrleitung behoben waren. Verletzt wurde beim Steinschlag niemand.

Nach einem Erdrutsch weiterhin für den Verkehr gesperrt bleibt die Strasse zwischen Ulrichen VS und dem Nufenenpass. Die Sperrung dürfte noch mehrere Tage dauern.

In Avers GR bleibt die Kantonsstrasse zwischen Innerferrera und Campsut für mehrere Tage gesperrt. Das Averstal und Juf in der Region Viamala bleiben solange von der Aussenwelt abgeschnitten. Am Montagnachmittag hatte ein Erdrutsch die Verbindung verschüttet. Der Kanton versucht nun, eine Luftbrücke einzurichten.

In regionalen Medien veröffentlichte Bilder zeigen Fotos mit grossen Felsbrocken auf der Fahrbahn, die eine Stützmauer teilweise zerstört haben. Die Räumungsarbeiten werden laut dem Tiefbauamt des Kantons Graubünden mehrere Tage dauern. Laut Webseite der Gemeinde gibt es inzwischen eine "Umgehung für trittsichere Wanderer".

Auch das Val S-Charl bei Scuol im Unterengadin war am seit Dienstag nach einem Murgang von der Aussenwelt abgeschnitten.

Aus Sicherheitsgründen noch bis am kommenden Montag gesperrt bleibt nach einem Steinschlag die Kantonsstrasse zwischen Brunnen und Gersau im Kanton Schwyz. Wegen eines Steinschlags ist seit Ende Juli bereits die Axenstrasse zwischen Brunnen und Flüelen UR gesperrt. Die Aufräumarbeiten dauern voraussichtlich bis Mitte September.

Seit Sonntagabend sind insbesondere im Süden der Schweiz zum Teil grosse Mengen Regen niedergegangen. Am meisten Regen fiel laut Angaben des Wetterdienstes Meteoschweiz vom Dienstag mit 141 Litern pro Quadratmeter in Robiei im Nordtessin. In Biasca und Airolo waren es 135 beziehungsweise 133 Liter.

Nördlich der Alpen war vor allem der Kanton Graubünden von grossen Regenmengen betroffen. Auffällig waren die grossen regionalen Unterschiede: so wurden in Stabio im Südtessin nur 0,5 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen.

Das viele Wasser führte örtlich zu Erdrutschen, Steinschlägen und hochgehenden Bächen. In den kommenden Tagen dürfte sich die Lage entspannen, die Schweiz bleibt gemäss den Prognosen von Regen weitgehend verschont.

(sda)


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