Dutzende Verletzte bei gewalttätigen Protesten in Kolumbien


News Redaktion
International / 05.05.21 16:50

Bei erneuten gewalttätigen Auseinandersetzungen in Kolumbien, allen voran in der Hauptstadt Bogotá, sind mindestens 46 Menschen verletzt worden. "Was für eine schmerzvolle Nacht. Wir hatten eine brutale Eskalation der Gewalt.

dpatopbilder - Demonstranten stoßen mit der Polizei während eines nationalen Streiks in der kolumbianischen Stadt Cali gegen die Steuerreform zusammen. Foto: Andres Gonzalez/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/Andres Gonzalez)
dpatopbilder - Demonstranten stoßen mit der Polizei während eines nationalen Streiks in der kolumbianischen Stadt Cali gegen die Steuerreform zusammen. Foto: Andres Gonzalez/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/Andres Gonzalez)

30 Zivilisten und 16 Polizisten wurden verletzt, schrieb Bogotás Bürgermeisterin Claudia López am Mittwoch auf Twitter. Das Metrobussystem Transmilenio funktioniere wegen der angerichteten Zerstörung nur noch eingeschränkt.

Laut der kolumbianischen Zeitung El Espectador kam es in der Hauptstadt in der Nacht auf Mittwoch wieder zu Zusammenstössen zwischen einer Sondereinheit der Polizei und Demonstranten. Demnach wurden 25 Polizeistationen angegriffen und teilweise angezündet, eine davon mit zehn Polizisten darin. Auch aus anderen wichtigen Städten Kolumbiens wie Medellín und Cali wurden Gewalt, Zerstörung und Chaos in der Nacht des siebten Protesttages gemeldet.

Bisher waren besonders die Proteste in Cali am Montag von Gewalt überschattet gewesen. Bürgermeister Jorge Iván Ospina bestätigte am Dienstag, dass es fünf Tote und 33 Verletzte gegeben habe. UN und EU zeigten sich alarmiert wegen Berichten über exzessive Polizeigewalt. Die nationale Ombudsstelle hatte am Montag eine Untersuchung von bis dahin 19 Todesfällen während der Protesttage gefordert.

Tausende Kolumbianer hatten am Mittwoch vergangener Woche ihren Protest gegen eine umstrittene, inzwischen zurückgenommene Steuerreform begonnen. Wirtschaftsminister Alberto Carasquilla, der die Reform angestossen hatte, trat zurück. Die Proteste gehen dennoch weiter - für Mittwoch wurde zu einem neuen Generalstreik aufgerufen. Die Forderungen umfassen nun auch gesellschaftlichen Wandel und echte Reformen.

(sda)


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