Eckerle: Spitäler dürften wieder an Kapazitätsgrenze stossen


News Redaktion
Schweiz / 16.10.20 05:56

Angesichts massiv steigender Corona-Fallzahlen rechnet die Genfer Virologin Isabelle Eckerle damit, dass die Spitäler in der Schweiz rasch wieder an ihre Kapazitätsgrenzen stossen. Die Spitäler dürften die Auswirkungen der Zunahme erst mit Verzögerung spüren.

Die Virologin Isabella Eckerle, die das Zentrum für Viruserkrankungen am Universitätsspital Genf leitet, fordert rasche nationale Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)
Die Virologin Isabella Eckerle, die das Zentrum für Viruserkrankungen am Universitätsspital Genf leitet, fordert rasche nationale Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)

Das Labor am Unviversitätsspital Genf arbeite beinahe wieder rund um die Uhr, sagte Eckerle in einem Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung. Noch verfüge das Spital über genügend Testmaterial. Aber der Bedarf sei weltweit hoch. Bald könne das Spital vielleicht nicht mehr alle testen, die getestet werden sollten.

Auch das Contact Tracing stosse an gewissen Orten an seine Grenzen. Das sei bedenklich. Es brauche jetzt zusätzliche Massnahmen. Sie habe überhaupt kein Verständnis dafür, das derzeit immer noch über den Nutzen von Masken diskutiert werden müsse. Es sei bekannt, dass Masken einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung leisten könnten.

Es gehe darum, alle vermeidbaren Kontakte zu verringern. Konkret heisse das: Home-Office, keine grossen Veranstaltungen, keine grossen Feiern im privaten Bereich. Und wenn man sich mit Freunden dennoch treffen wolle, dann lieber im Freien bei einem Spaziergang. Das sei besser, als im Café zu sitzen.

Sitzungen im Büro sollten kurz gehalten werden. Und die Räume seien regelmässig zu lüften. Es brauche behördlich verordnete Massnahmen ebenso wie die vielen kleinen Dinge, die jeder Einzelne selbst beitragen könne. Bund und Kantone sollen es zum Beispiel ermöglichen, dass sich Personen rasch testen lassen könnten.

Auch für das Contact Tracing brauche es genügend Kapazitäten für höhere Fallzahlen in einigen Wochen. Nur die Farbe der Plakate von Blau auf Orange zu wechseln, sei viel zu abstrakt. Die Politik müsse jetzt Massnahmen ergreifen, auch wenn es unpopulär erscheine. Je länger wir zuwarten, desto schwieriger und teurer wird es, sagte Eckert.

(sda)


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