Ein Velo für die letzte Fahrt - Berner Bestatter mit neuem Angebot


News Redaktion
Schweiz / 04.05.21 12:32

Die letzte Fahrt lässt sich in Bern und Umgebung nun umweltschonend absolvieren: Das erste Bestattervelo hat seinen Betrieb aufgenommen. Das Gefährt wurde am Dienstag den Medien präsentiert.

"Sinnliches Erlebnis": Eine Probefahrt zur Lancierung des Bestattervelos in Bern. (FOTO: KEYSTONE/Marcel Bieri)

Es handelt sich um ein Cargo Bike, das für die spezifischen Bedürfnisse eines Leichentransports umgebaut wurde. Angeboten wird die neue Dienstleistung vom Bestattungsunternehmen Aurora, das sich für einen offenen Umgang mit dem Tod einsetzt.

Auch die Behörden der Stadt Bern sind bestrebt, den Tod zu enttabuisieren. Sie unterstützen deshalb die neue Dienstleistung. Das Bestattervelo passt der rotgrünen Stadtregierung auch in die politische Agenda, schliesslich bezeichnet sich Bern gern als Velohauptstadt.

Aurora habe für das aussergewöhnliche Lastenfahrrad etwa so viel bezahlt wie für einen Kleinwagen, sagte Geschäftsführer Gyan Härri. Die Spezialkonstruktion stammt vom Winterthurer Cargo-Bike-Tüftler Sjoerd van Rooijen.

Ob der Sarg auf der Ladefläche sichtbar ist oder von einer Plane verdeckt wird, ist der Trauerfamilie überlassen. Es brauche schon ein bisschen Mut, den Sarg offen mit dem Velo durch die Stadt zu fahren, vermutet Aurora.

Das Bestattungsunternehmen verspricht ein sinnliches Erlebnis wie mit der Bestattungskutsche. Die Trauergemeinde könne die Überführungen mit eigenen Velos begleiten. Durch die langsame, lautlose Fahrt wird Tempo aus dem hektischen Alltag genommen, es bleibt Zeit zu atmen und nach innen zu gehen.

Ganz neu ist das Bestattervelo nicht: Eine Bestatterin in Kopenhagen bietet kurze Transporte ebenfalls mit einem (nicht elektrifizierten) Velo an. Ein Künstler im deutschen Oldenburg bastelte zudem ein Bestattungsfahrrad aus ausrangierten Zustellrädern der Post. Er wollte damit ein Zeichen setzen und das Thema Sterben in den Alltag zurückbringen.

(sda)


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