Eine Zürcher Zunft stellt die Frauenfrage


News Redaktion
Schweiz / 13.10.21 09:00

Die Mitglieder der Zunft zur Meisen diskutieren darüber, ob sie künftig auch Frauen aufnehmen wollen. Sie könnten im Frühling 2022 einen ersten Grundsatzentscheid fällen.

2010 musste die
2010 musste die "Frauenzunft" noch alleine und vor dem offiziellen Sechseläuten-Umzug durch Zürich marschieren: Heute nimmt die Gesellschaft zu Fraumünster als Gast einer Männer-Gesellschaft am Anlass teil. (Archivbild 19. April 2010). (FOTO: KEYSTONE/GAETAN BALLY)

Vorerst läuft nun bis Ende Januar eine Vernehmlassung, wie die Zunft einen Bericht der NZZ von Mittwoch bestätigt. Die Zünfter können zum Konzept, das eine interne Arbeitsgruppe erarbeitet hat und über das auch das Regionaljournal Zürich-Schaffhausen von Radio SRF berichtete, Stellung beziehen.

Danach wird es gegebenenfalls noch angepasst. Allenfalls wird es auch noch vor der Generalversammlung am Tag vor dem Sechseläuten wieder zurückgezogen.

Das Konzept sieht eine behutsame Öffnung vor. Während einer Übergangsphase - die Rede ist von fünf Jahren - sollen Töchter von Zünftern und weibliche Persönlichkeiten zunächst als Gäste an den Anlässen der Zunft zur Meisen teilnehmen dürfen. Danach könnten die Statuten angepasst werden, damit sie auch für Frauen offen steht.

In einer Zunft würden sich liberal denkende, interessante Menschen austauschen und nach spannenden Gesprächen bereichert nach Hause gehen, begründen die Verantwortlichen in der NZZ den Anstoss, die Frauenfrage diskutieren zu wollen. Ohne Frauen sei die Hälfte der interessanten Menschen ausgeschlossen.

Die Zürcher Zünfte sind heute reine Männervereinigungen. 1989 wurde - als eine Art Ergänzung zur den Männerzünften - die Gesellschaft zur Fraumünster gegründet. Die oft als Frauenzunft bezeichnete Gruppe nimmt seit 2014 auch regelmässig beim Sechseläutenumzug teil - offiziell allerdings nur als Gäste der aus Männer bestehenden Gesellschaft zur Constaffel.

(sda)


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