Emmen will Bevölkerungswachstum nicht begrenzen


News Redaktion
Regional / 28.06.20 14:19

Die Gemeinde Emmen will das Bevölkerungswachstum steuern, aber nicht beschränken, wie es eine SVP-Initiative gefordert hatte. Die Stimmbevölkerung gab am Sonntag an der Urne dem Gegenvorschlag des Gemeinderats den Vorzug.

Blick auf Emmenbrücke: Das Stimmvolk der Gemeinde Emmen äusserte an der Urne seinen Willen zum Wachstum. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)
Blick auf Emmenbrücke: Das Stimmvolk der Gemeinde Emmen äusserte an der Urne seinen Willen zum Wachstum. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)

Der Souverän folgte dem Gemeinderat und lehnte die Gemeindeinitiative mit dem Titel Emmen soll vernünftig in die Zukunft wachsen mit 2445 zu 1502 Stimmen ab. Der Gegenvorschlag wurde mit 2550 zu 1211 Stimmen angenommen. Die Stimmbeteiligung lag bei 25 Prozent.

Somit kommt es nicht zu einer Beschränkung des Bevölkerungswachstums auf 0,7 Prozent pro Jahr im fünfjährigen Schnitt, wie es die SVP angestrebt hatte. Die Initianten wollten das langsamere Wachstum über eine entsprechende Gestaltung der Zonenplanung erreichen. Die Initiative war auch eine Reaktion auf die schlechte Finanzlage der Gemeinde.

Der Gemeinderat fand die Forderung weder zielführend noch wirklich praktikabel. Es sei schwierig, die Zonenplanung alle fünf Jahre anzupassen. Er warnte vor einem kompletten Investitionsstopp ab 2021 und vor drohenden Schadenersatzforderungen wegen allfälliger Auszonungen.

Weil das Anliegen der Initianten nach einer Steuerung des Wachstums in der Bevölkerung auf Zustimmung stosse, unterbreitete der Rat einen Gegenvorschlag. Die nun angenommene Vorlage enthält ein Reglement zur Lenkung des Bevölkerungswachstums und zur qualitativen Entwicklung, die bis zur Ortsplanungsrevision die Grundlagen für ein qualitatives, massvolles und zielführendes Wachstum regeln soll.

Das Reglement ist behörden-, nicht aber grundeigentümerverbindlich. Es sieht etwa vor, dass Wohnzonen in ihrer Lage nur dann verändert werden, wenn die Grösse der Bauzonenfläche insgesamt beibehalten oder verringert wird. Für Nutzungsplanänderungen sollen künftig Prognosen zum Bevölkerungswachstum vorgelegt werden.

Die ständige Wohnbevölkerung der Gemeinde Emmen hat zwischen 2000 und 2017 von 26537 auf 30682 Einwohnerinnen und Einwohner zugenommen. Dies entspricht einem Anstieg von 16 Prozent oder durchschnittlich jährlich 0,94 Prozent in dieser Zeitperiode.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Papst über Hagia-Sophia-Moschee: Es schmerzt mich sehr
International

Papst über Hagia-Sophia-Moschee: Es schmerzt mich sehr

Papst Franziskus hat sein Bedauern über die Umwandlung der Hagia Sophia in Istanbul zu einer Moschee zum Ausdruck gebracht. "Ich denke an die Heilige Sophia, und es schmerzt mich sehr".

Pirmin Schwegler beendet laut
Sport

Pirmin Schwegler beendet laut "Blick" Karriere

Pirmin Schwegler wird seine Karriere nach Ende dieser Saison beenden. Dies gibt der 33-jährige Luzerner in einem Interview mit dem "Blick" bekannt.

Zehntausende Menschen demonstrieren für russischen Gouverneur
International

Zehntausende Menschen demonstrieren für russischen Gouverneur

Im äussersten Osten Russlands ist es nach der Festnahme des Gouverneurs Sergej Furgal zu grösseren Protesten gekommen. Zehntausende Menschen wandten sich am Wochenende gegen das Vorgehen der Behörden in Moskau.

Alpinist stürzt am Piz Bernina 400 Meter in die Tiefe
Schweiz

Alpinist stürzt am Piz Bernina 400 Meter in die Tiefe

Ein 56-jähriger Alpinist ist am Sonntagmorgen am höchsten Berg in Graubünden in den Tod gestürzt. Der Mann, ein Schweizer, rutschte am Piz Bernina bei Pontresina auf 4020 Metern aus und fiel 400 Meter auf den Morteratschgletscher hinunter.