Seco erwartet erst 2021 wieder eine konjunkturelle Belebung


SDA
/ 12.12.19 07:52

Der Bund hält an seiner bisherigen Einschätzung fest, dass sich die Schweizer Konjunktur 2020 nur moderat entwickeln wird. Mit einer allmählichen konjunkturellen Belebung rechnet er erst für 2021.

Konkret haben die Ökonomen des Bundes ihre Prognose für das Schweizer Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr bestätigt. Sie erwarten weiterhin ein Wachstum des realen Bruttoinlandproduktes (BIP) von 1,7 Prozent. 2020 soll dann ein Wachstum von 1,2 Prozent erreicht werden, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Donnerstag mitteilte. Ganz leicht angepasst wurde die Prognose für das laufende Jahr, und zwar auf +0,9 von zuvor +0,8 Prozent.

Die Prognosen sind allerdings differenziert zu betrachten. Sowohl die Beschleunigung des BIP-Wachstums 2020 als auch die Verlangsamung 2021 gehen nämlich auf den Effekt grosser Sportveranstaltungen zurück, der wenig konjunkturelle Relevanz hat. Dass Sportverbände wie Fifa, UEFA oder IOC ihren Hauptsitz in der Schweiz haben, wirkt sich in Jahren mit vielen Sportereignissen - wie etwa 2020 - bekanntlich positiv auf das hiesige BIP aus.

Das heisst gemäss Seco, dass die konjunkturelle Grunddynamik 2020 trotz deutlich höherer Prognose ähnlich ausfallen wird wie im laufenden Jahr, bevor sie erst 2021 moderat anzieht. Das internationale Umfeld bleibe ungünstig; insbesondere sei für den Euroraum und für den wichtigen Handelspartner Deutschland von einem weiterhin schwachen Wachstum auszugehen, heisst es in der Mitteilung.

Im Jahr 2021 sollte sich die Schweizer Konjunktur dann allmählich aufhellen, und die Wirtschaft dürfte in etwa entsprechend ihrem Potenzial wachsen, heisst es. Im Zuge eines leicht anziehenden weltwirtschaftlichen Wachstums sei für 2021 mit einer gewissen Belebung des Welthandels zu rechnen, wovon auch die Schweizer Exporte profitieren würden. Damit erholen sich laut Seco auch die Investitionen in Ausrüstungen. Derweil wirke sich die konjunkturelle Abschwächung der zwei Vorjahre mit Verzögerung auf den Arbeitsmarkt aus: Die Arbeitslosenquote sollte auf 2,6 Prozent ansteigen.

Wie üblich werden aber auch die Prognoserisiken betont. Grundsätzlich würden konjunkturellen Abwärtsrisiken weiterhin gegenüber den Aufwärtspotenzialen überwiegen, so das Seco. Einige davon hätten haben sich zumindest kurzfristig aber etwas entschärft. So würden die USA und China immerhin über eine Teillösung des seit über einem Jahr andauernden Handelskonflikts verhandeln. Gleichzeitig sei die Wahrscheinlichkeit eines ungeordneten Brexit gesunken.

(sda)

Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Chinesischer Video-Dienst TikTok verlagert sich ins Ausland
Wirtschaft

Chinesischer Video-Dienst TikTok verlagert sich ins Ausland

Das chinesische Unternehmen TikTok verlagert seine geschäftlichen Aktivitäten zunehmend ins Ausland. Das erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von mehreren mit dem Vorgang befassten Personen.

Besuchsverbot in Schaffhauser Heimen und Spitälern wird aufgehoben
Schweiz

Besuchsverbot in Schaffhauser Heimen und Spitälern wird aufgehoben

Der Schaffhauser Regierungsrat hebt das bestehende Versuchsverbot in Spitälern, Alters- und Pflegeheimen sowie Institutionen für Menschen mit Behinderungen ab Freitag, 5. Juni, auf.

Erdbeben in den Glarner Alpen mit Magnitude 3.1
Schweiz

Erdbeben in den Glarner Alpen mit Magnitude 3.1

Westlich von Elm in den Glarner Alpen hat in den letzten Tagen die Erde gebebt. Das stärkste Beben ereignete sich am Dienstagfrüh im Sernftal in einer Tiefe von 4 Kilometern. Es war mit einer Magnitude von 3.1 in der Nähe des Epizentrums deutlich spürbar.

Anwälte von Floyd-Familie in USA zweifeln Obduktionsergebnis an
International

Anwälte von Floyd-Familie in USA zweifeln Obduktionsergebnis an

Die Anwälte des nach einem brutalen Polizeieinsatz in der US-Stadt Minneapolis gestorbenen Schwarzen George Floyd haben Zweifel an den Ergebnissen einer Obduktion angemeldet. Im Haftbefehl gegen einen beteiligten Polizeibeamten heisst es, Floyd sei nicht erstickt.