Entschädigungsforderungen aus Afghanistan nach US-Eingeständnis


News Redaktion
International / 18.09.21 17:51

Der Tod von Zivilisten und Kindern bei einem US-Luftangriff in Kabul Ende August hat trotz einer Entschuldigung des US-Militärs in Afghanistan Wut und Entschädigungsforderungen ausgelöst.

ARCHIV - Das Archivbild vom Sonntag, 29. August 2021, zeigt ein beschädigtes Haus nach einem US-Drohnenangriff in Kabul. Der Tod von Zivilisten und Kindern bei dem US-Luftangriff Ende August hat trotz einer Entschuldigung des US-Militärs in Afghanistan Wut und Entschädigungsforderungen ausgelöst. Foto: Khwaja Tawfiq Sediqi/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/Khwaja Tawfiq Sediqi)
ARCHIV - Das Archivbild vom Sonntag, 29. August 2021, zeigt ein beschädigtes Haus nach einem US-Drohnenangriff in Kabul. Der Tod von Zivilisten und Kindern bei dem US-Luftangriff Ende August hat trotz einer Entschuldigung des US-Militärs in Afghanistan Wut und Entschädigungsforderungen ausgelöst. Foto: Khwaja Tawfiq Sediqi/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/Khwaja Tawfiq Sediqi)

Gut zu sehen, dass die Wahrheit vom Pentagon anerkannt wird, twitterte die Vorsitzende der Unabhängigen Afghanischen Menschenrechtskommission, Schaharsad Akbar, auf Twitter. Jetzt Wiedergutmachung und Gerechtigkeit.

Das US-Militär hatte am Freitag eingeräumt, bei dem Drohnenangriff in der afghanischen Hauptstadt unschuldige Menschen statt Extremisten getötet zu haben. Bis zu zehn Unschuldige, darunter bis zu sieben Kinder, seien ums Leben gekommen. Der Luftangriff sei ein tragischer Fehler gewesen, sagte General Kenneth McKenzie, der das Kommando der US-Streitkräfte im Nahen Osten (Centcom) führt.

Es wirkt so, als wollten die USA mit einer Entschuldigung alles abschliessen, sagte der prominente afghanische Fernsehmoderator Muslim Schirsad der Deutschen Presse-Agentur. Doch das allein könne den Schmerz der Hinterbliebenen nicht lindern. Er forderte die USA auf, Entschädigungen zu zahlen.

Worte des Bedauerns reichen nicht aus, sagte auch die stellvertretende Asien-Direktorin bei Human Rights Watch, Patricia Gossman. Es bedarf einer gründlichen und unabhängigen Untersuchung des US-Drohnenangriffs. Dieses Vorgehen seitens der USA sei nicht neu, in den vergangenen 20 Jahren aber völlig ungestraft geblieben.

Nach der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban in Afghanistan Mitte August hatten die USA und ihre internationalen Partner eine grossangelegte Evakuierungsmission gestartet, um westliche Staatsbürger und schutzbedürftige Afghanen ausser Landes zu bringen. Inmitten des Evakuierungseinsatzes wurden Ende August bei einer Terrorattacke des IS, der mit den Taliban verfeindet ist, vor dem Flughafen von Kabul Dutzende Afghanen und 13 US-Soldaten getötet.

Die USA reagierten daraufhin mit Luftangriffen und nahmen Kämpfer von Isis-K ins Visier, einem örtlichen Ableger des IS. In Kabul griff das US-Militär am 29. August mit einer Drohne ein Auto an, in dem die Amerikaner Isis-K-Anhänger vermuteten. Mittlerweile halte man es für unwahrscheinlich, dass das Fahrzeug und die getöteten Personen mit Isis-K in Verbindung gestanden hätten. Medien hatten bereits kurz nach dem Luftanschlag berichtet, dass mehrere Zivilisten ums Leben gekommen seien.

(sda)


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