EU legt neuen Vorschlag zum Serbien-Kosovo-Konflikt vor


News Redaktion
International / 06.12.22 13:24

Die EU hat einen neuen Vorschlag zur Normalisierung der Beziehungen zwischen Serbien und dem Kosovo vorgelegt.

Die Regierungschefs sitzen bei der Arbeitssitzung beim EU-Westbalkan-Gipfel. Foto: Michael Kappeler/dpa (FOTO: Keystone/dpa/Michael Kappeler)
Die Regierungschefs sitzen bei der Arbeitssitzung beim EU-Westbalkan-Gipfel. Foto: Michael Kappeler/dpa (FOTO: Keystone/dpa/Michael Kappeler)

Nach Angaben des EU-Aussenbeauftragten Josep Borrell wurde der Text kurz vor dem EU-Westbalkan-Gipfel am Dienstag in Albanien an Serbiens Präsidenten Aleksandar Vucic und den kosovarischen Ministerpräsidenten Albin Kurti übergeben. Nun müssten ernsthafte Diskussionen beginnen. Zum Inhalt äusserte sich Borrell in der albanischen Hauptstadt Tirana zunächst nicht.

Die EU versucht seit Jahren, zur Klärung des Verhältnisses zwischen den beiden Nachbarn beizutragen. Das heute fast ausschliesslich von Albanern bewohnte Kosovo hatte sich 1999 mit Nato-Hilfe von Serbien abgespalten und 2008 für unabhängig erklärt. Mehr als hundert Länder, darunter Deutschland, erkennen die Unabhängigkeit an. Andere wie Serbien, Russland und China, aber auch fünf EU-Länder tun das bis heute nicht.

Borrell sagte, der neue Vorschlag sei mit Unterstützung von Deutschland und Frankreich unterbreitet worden. Regierungsvertreter aus Berlin und Paris hatten zuletzt vorgeschlagen, dass Serbien die Unabhängigkeit zwar nicht anerkennen, aber akzeptieren solle. Konkret solle das insbesondere bedeuten, dass Belgrad nicht mehr länger die Mitgliedschaft des Kosovos in internationalen Organisationen blockiert. Serbien könnte im Gegenzug erhebliche finanzielle und wirtschaftliche Hilfe der EU bekommen.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Kanton Uri fördert Photovoltaik an Fassaden stärker
Regional

Kanton Uri fördert Photovoltaik an Fassaden stärker

Wer im Kanton Uri eine Photovoltaikanlage in seine Hausfassade integriert, erhält dafür mehr Geld aus dem Energieförderprogramm. Der Urner Regierungsrat stellt im laufenden Jahr insgesamt 2,7 Millionen Franken zur Energieförderung zur Verfügung, 200'000 Franken mehr als 2022.

Russlands Aussenminister beklagt Gefahr aus Ukraine
International

Russlands Aussenminister beklagt Gefahr aus Ukraine

Der russische Aussenminister Sergej Lawrow hat bei einem Treffen mit seinem ägyptischen Kollegen Samih Schukri in Moskau eine zunehmende militärische Gefahr in der Ukraine durch die Waffen aus Nato-Staaten beklagt.

Irans Ex-Präsident Ruhani beklagt Spaltung der Gesellschaft
International

Irans Ex-Präsident Ruhani beklagt Spaltung der Gesellschaft

Irans ehemaliger Präsident Hassan Ruhani hat eine tiefe Spaltung der Gesellschaft beklagt. Diese habe sich in den vergangenen Monaten manifestiert, sagte der 74-Jährige am Mittwoch in Teheran, wie das schiitische Nachrichtenportal Shafaqna berichtete. "Es ist eine wichtige Aufgabe der Verantwortlichen, die Wurzeln der Proteste zu finden und auf die Menschen einzugehen", sagte der Ex-Präsident weiter. Ruhani war von 2013 bis 2021 Präsident.

Grösste Streiks seit Jahrzehnten drohen Grossbritannien lahmzulegen
International

Grösste Streiks seit Jahrzehnten drohen Grossbritannien lahmzulegen

Mit dem grössten Streik seit Jahrzehnten erreicht der "Winter des Unmuts" in Grossbritannien seinen vorläufigen Höhepunkt. Schätzungen zufolge wollen an diesem Mittwoch eine halbe Million Beschäftigte in zahlreichen Branchen die Arbeit niederlegen. Sie demonstrieren vor allem für deutlich stärkere Lohnerhöhungen, aber auch für bessere Arbeitsbedingungen - und für das Streikrecht an sich. Sieben Gewerkschaften haben ihre Mitglieder zum Arbeitskampf aufgerufen und den nationalen Protesttag koordiniert. In weiten Teilen des Vereinigten Königreichs droht ein Stillstand. Downing Street warnte vor "erheblichen Störungen".