EU verteidigt höhere Zahlung für nächste Biontech-Impfstofflieferung


News Redaktion
International / 06.05.21 09:23

Die Brüsseler EU-Kommission verteidigt, dass für den Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer künftig ein höherer Preis gezahlt werden soll. Der geplante nächste Vertrag unterscheide sich signifikant von den ersten beiden, hiess es am Mittwochabend aus Behördenkreisen. So gebe es beispielsweise strengere Liefervereinbarungen, andere Haftungsregeln und Vereinbarungen zur Anpassung des Impfstoffes an neue Coronavirus-Varianten. Ausserdem gestalte sich der Preis je Dosis auch anders, weil die EU künftig kein Geld mehr für Produktionsförderung zahle.

ARCHIV - Eine Mitarbeiterin bereitet in einem Altersheim die Covid-19-Impfung mit dem Impfstoff von Pfizer/Biontech für die Heimbewohner vor. Foto: Angelika Warmuth/dpa (FOTO: Keystone/dpa/Angelika Warmuth)
ARCHIV - Eine Mitarbeiterin bereitet in einem Altersheim die Covid-19-Impfung mit dem Impfstoff von Pfizer/Biontech für die Heimbewohner vor. Foto: Angelika Warmuth/dpa (FOTO: Keystone/dpa/Angelika Warmuth)

Die Welt hatte zuvor unter Berufung auf ein Schreiben des Bundesfinanzministeriums an den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages berichtet, dass die EU-Kommission für 900 Millionen Corona-Impfdosen der zweiten Generation einen deutlichen Preisaufschlag zahlen werde.

Demnach verpflichtet sich Deutschland, für die anteilig zustehenden 165 Millionen Dosen aus dem EU-Kontingent 3,83 Milliarden Euro zu zahlen. Statt der bislang abgerechneten 15,50 Euro pro Dosis ergebe sich daraus rein rechnerisch ein Preis von 23,20 Euro pro Dosis. Der dritte Vertrag der Kommission mit Biontech/Pfizer sei fertig verhandelt, heisst es laut Welt in dem Schreiben.

Die EU-Kommission wollte sich zu den Preisangaben nicht äussern. Der bulgarische Ministerpräsident Boiko Borissow hat jüngst von einem neuen Dosispreis von 19,50 Euro gesprochen.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte am 14. April angekündigt, dass mit dem deutschen Unternehmen Biontech und dessen US-Partner Pfizer über die Lieferung von bis zu 1,8 Milliarden weiteren Dosen Corona-Impfstoff verhandelt wird. 900 Millionen Dosen sollten demnach fest bestellt und für weitere 900 Millionen eine Option abgeschlossen werden.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Ryanair-Chef kritisiert erzwungene Landung in Belarus
International

Ryanair-Chef kritisiert erzwungene Landung in Belarus

Der Chef des Billigfliegers Ryanair, Michael O'Leary, hat die erzwungene Landung eines Passagierflugzeugs in Belarus als "vorsätzlichen Verstoss gegen alle internationalen Luftfahrtvorschriften" kritisiert.

Gesetze lassen laut Zürcher Stadtrat kein Gratis-Tram zu
Schweiz

Gesetze lassen laut Zürcher Stadtrat kein Gratis-Tram zu

Die Volksinitiative "Gratis ÖV für Züri" soll für ungültig erklärt werden: Das Anliegen der Juso sei in mehrfacher Hinsicht nicht mit dem übergeordneten Recht vereinbar, hält der Zürcher Stadtrat fest. Die SP fordert nun ein günstigeres Abo für die Stadt.

Laut BFU sterben jedes Jahr über 2000 Menschen bei Unfällen
Schweiz

Laut BFU sterben jedes Jahr über 2000 Menschen bei Unfällen

In der Schweiz sterben gemäss der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) jedes Jahr über 2000 Menschen bei Unfällen zu Hause und in der Freizeit. 570'000 Menschen verletzen sich. Die Kosten dieser Unfälle werden auf 4,8 Milliarden Franken pro Jahr beziffert.

Krienser Museum im Bellpark erhält Landis & Gyr-Anerkennungsbeitrag
Regional

Krienser Museum im Bellpark erhält Landis & Gyr-Anerkennungsbeitrag

Das Museum im Bellpark Kriens erhält den Anerkennungsbeitrag 2021 der Landis & Gyr Stiftung in der Höhe von 30'000 Franken. Die Stiftung würdigt damit die Ausstellungstätigkeit des Museums in den vergangenen 30 Jahren.