EU-Aussenbeauftragter erwartet Fluchtbewegung aus Afghanistan


News Redaktion
International / 14.09.21 17:30

Der EU-Aussenbeauftragte Josep Borrell erwartet beträchtliche Flüchtlingsströme aus Afghanistan als Folge des dortigen Regierungsumsturzes und der humanitären Notlage.

EU-Außenbeauftragter Josep Borrell spricht bei einer Pressekonferenz. Borrell erwartet Flüchtlingsströme aus Afghanistan als Folge des dortigen Regierungsumsturzes und der humanitären Notlage. «Die Menschen werden sich auf den Weg machen, wenn die Taliban es ihnen erlauben», sagte er am Dienstag. Foto: Hadi Mizban/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/Hadi Mizban)
EU-Außenbeauftragter Josep Borrell spricht bei einer Pressekonferenz. Borrell erwartet Flüchtlingsströme aus Afghanistan als Folge des dortigen Regierungsumsturzes und der humanitären Notlage. «Die Menschen werden sich auf den Weg machen, wenn die Taliban es ihnen erlauben», sagte er am Dienstag. Foto: Hadi Mizban/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/Hadi Mizban)

Die Menschen werden sich auf den Weg machen, wenn die Taliban es ihnen erlauben, sagte Borrell am Dienstag vor dem EU-Parlament in Strassburg. Wir wissen, dass viele Menschen (...) das Land verlassen wollen. Die Lebensmittelpreise in dem Krisenland stiegen, das Finanzsystem befinde sich im freien Fall.

Nach UN-Zahlen haben 93 Prozent der Haushalte in Afghanistan nicht genug zu essen, die Grundversorgung steht demnach vor dem Zusammenbruch. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen wurden in dem Krisenstaat etwa 3,5 Millionen Menschen vertrieben, davon 550 000 seit Beginn dieses Jahres. Neben den nun beigelegten Konflikten zwischen Aufständischen und Regierungstruppen trug auch die Dürre mit schlechten Ernten und wenig Futter für Tiere zur prekären Lage bei.

Nach Angaben von Borrell muss deswegen schon jetzt geklärt werden, welche Länder gegebenenfalls flüchtende Afghanen aufnehmen könnten. Dabei wolle niemand, dass Hilfsangebote der EU als eine Art Einladung verstanden würden. Wir wollen keinen Pull-Effekt erzeugen, sagte Borrell. Aber wir wollen viele afghanische Menschen schützen, die unseren Schutz verdient haben.

Die militant-islamistischen Taliban hatten im August die Macht in Afghanistan übernommen. Zwei Wochen später verliessen die letzten US-Truppen die Hauptstadt Kabul, womit die militärische Evakuierungsmission von Ortskräften und anderen besonders gefährdeten Afghanen endete.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Söder: Angebot, aber kein Anspruch der Union auf Regierungsbildung
International

Söder: Angebot, aber kein Anspruch der Union auf Regierungsbildung

Der deutsche CSU-Chef Markus Söder hat betont, dass die Union nach dem Absturz bei der Bundestagswahl keinen zwingenden Anspruch auf die Regierungsführung erheben könne.

FDP fordert finanzielle Förderung von Start-ups durch den Kanton
Schweiz

FDP fordert finanzielle Förderung von Start-ups durch den Kanton

Im Kanton St. Gallen ist es bisher nicht möglich, Start-ups finanzielle Beiträge anzubieten. Die FDP-Fraktion will dies ändern und bezieht sich dabei auf einen noch nicht behandelten Bericht der Regierung.

Architekt Robert Haussmann kurz vor seinem 90. Geburtstag gestorben
Schweiz

Architekt Robert Haussmann kurz vor seinem 90. Geburtstag gestorben

Der renommierte Architekt, Innenarchitekt und Produktgestalter Robert Haussmann ist tot. Er starb bereits am vergangenen Dienstag, wie sein Sohn Florian Haussmann der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Montag mitteilte.

Junge Männer fällen in Ob- und Nidwalden aus Spass Bäume
Regional

Junge Männer fällen in Ob- und Nidwalden aus Spass Bäume

In Ob- und Nidwalden sind in der Nacht auf Sonntag entlang von Strassen Bäume gefällt worden. Die Kantonspolizei Obwalden ermittelte die mutmasslichen Täter, wie sie heute Montag mitteilte.