Experten rechnen noch mit langem Vulkanausbruch auf La Palma


News Redaktion
International / 27.10.21 15:56

Vulkanologen erwarten angesichts der anhaltenden Heftigkeit der Vulkantätigkeit auf der Kanareninsel La Palma kein baldiges Ende des Ausbruchs.

Lava fließt aus dem Vulkan auf der Kanareninsel La Palma. Ein Vulkan, der seit fünf Wochen auf der spanischen Insel La Palma ausbricht, ist nach offiziellen Angaben aktiver denn je. Foto: Emilio Morenatti/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/Emilio Morenatti)
Lava fließt aus dem Vulkan auf der Kanareninsel La Palma. Ein Vulkan, der seit fünf Wochen auf der spanischen Insel La Palma ausbricht, ist nach offiziellen Angaben aktiver denn je. Foto: Emilio Morenatti/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/Emilio Morenatti)

Darauf deuteten die an einigen Tagen mehr als 100 mittleren und leichten Erdbeben und vor allem der Ausstoss grosser Mengen von Schwefeldioxid hin, berichtete der staatliche TV-Sender RTVE am Mittwoch.

Zudem sei das Terrain um den Vulkan um zehn Zentimeter in die Höhe gedrückt worden, sagte der Vulkanologe Ramón Ortíz der Zeitung La Vanguardia. Das Magma drängt nach oben. Es drückt so lange, bis die Erdkruste bricht und Lava ausströmt.

Der Vulkan in der Cumbre Vieja bot auch mehr als fünf Wochen nach dem Beginn des Ausbruchs spektakuläre Bilder heftiger Eruptionen, bei denen Magma und Gestein Hunderte Meter in die Höhe geschleudert wurden. Orangeglühende Lava wälzte sich weiterhin bergab Richtung Meer.

Allerdings richtete sie kaum noch neue Schäden an, da sie über die bereits zuvor ausgetretene und inzwischen etwas erkaltete Lava floss. Auch kamen die verschiedenen Ströme kaum noch Richtung Meer voran, sondern neue Lava schob sich auf alte, teilweise war die Schicht bis zu 30 Meter hoch. Insgesamt waren 908 Hektar mit Lava bedeckt, was mehr als 1200 Fussballfeldern entspricht.

Im besten Falle gehe der Ausbruch so weiter, bis der Druck unter dem Vulkan ausreichend gesunken sei, sagte der Vulkanologe Vicente Soler vom spanischen Forschungsinstitut CSIC. Schlimmer wäre es, wenn sich ein neuer Vulkanschlot in grösserer Entfernung vom bisherigen Vulkan öffnen würde, neue Lavaströme auf der anderen Inselseite Richtung Meer fliessen und die Verkehrsverbindungen zwischen dem Norden und dem Süden der Insel vollständig unterbrechen würden. Das ist zwar sehr unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich, warnte Soler.

Der Vulkan war am 19. September erstmals seit 50 Jahren wieder ausgebrochen. Etwa 7000 Menschen mussten seither ihre Häuser verlassen, mehr als 2100 Gebäude wurden zerstört und grosse Schäden in der Landwirtschaft, vor allem den Bananenplantagen, angerichtet.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

SPD-Spitze schlägt Kühnert als neuen Generalsekretär vor
International

SPD-Spitze schlägt Kühnert als neuen Generalsekretär vor

Die deutschen Sozialdemokraten stellen sich für ihre Regierungszeit neu auf. Am Freitag schlug die Parteispitze nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur den früheren Juso-Chef Kevin Kühnert als neuen Generalsekretär vor.

Britische Reisebranche kritisiert schärfere Einreiseregeln
International

Britische Reisebranche kritisiert schärfere Einreiseregeln

Mit scharfer Kritik hat die britische Reisebranche auf die erneute Verschärfung von Einreiseregeln reagiert.

Dortmunds Chance im Spitzenduell gegen die Bayern
Sport

Dortmunds Chance im Spitzenduell gegen die Bayern

Für Borussia Dortmund kommt am Samstag die Zeit, Bayern München richtig einzuheizen. Mit einem Heimsieg im Spitzenkampf würden die Dortmunder die Spitze übernehmen - zwei Punkte vor dem Serienmeister.

Zürcher Zoo verlegt Vögel wegen Vogelgrippe in die Innenbereiche
Schweiz

Zürcher Zoo verlegt Vögel wegen Vogelgrippe in die Innenbereiche

Nachdem im Zürcher Unterland das Vogelgrippe-Virus H5N1 nachgewiesen worden ist, reagiert der Zoo Zürich: Er verlegt den Grossteil seiner in den Aussenbereichen lebenden Vögel in geschlossene Innenanlagen.