Facebook-Mitarbeiter kritisieren Umgang der Firma mit Trump-Post


News Redaktion
International / 02.06.20 11:52

Facebook-Mitarbeiter kritisieren öffentlich die Entscheidung von Gründer Mark Zuckerberg, anders als Twitter nicht gegen eine umstrittene Äusserung von US-Präsident Donald Trump vorzugehen.

Mark Zuckerberg, Vorstandsvorsitzender von Facebook, im Herbst vergangenen Jahres bei einem Auftritt in New York. Foto: Mark Lennihan/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/Mark Lennihan)
Mark Zuckerberg, Vorstandsvorsitzender von Facebook, im Herbst vergangenen Jahres bei einem Auftritt in New York. Foto: Mark Lennihan/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/Mark Lennihan)

Mark liegt falsch - und ich werde so laut wie möglich versuchen, ihn umzustimmen, schrieb etwa Ryan Freitas, der für das Produktdesign bei Facebooks Newsfeed zuständig ist, am Montag bei Twitter. Ich bin ein Facebook-Mitarbeiter, der überhaupt nicht mit der Entscheidung von Mark einverstanden ist, nichts gegen Trumps jüngste Beiträge zu unternehmen, die ganz klar Gewalt anheizen, erklärte Produktdesigner Jason Stirman.

Laut US-Medienberichten legten einige Facebook-Mitarbeiter am Montag auch aus Protest die Arbeit im Homeoffice nieder. Es bliebt allerdings unklar, wie viele Beschäftigte sich an der Aktion beteiligten. Eine Facebook-Sprecherin sagte der New York Times, man ermutige die Mitarbeiter, sich offen zu äussern, wenn sie nicht mit der Firmenführung einer Meinung sind.

Bei der Kontroverse geht es um einen Tweet von Trump, der auch auf Trumps Facebook-Profil gespiegelt wurde. Darin reagierte der US-Präsident auf erste Ausschreitungen in Minneapolis nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd durch Polizeigewalt.

Der Präsident schrieb, man werde die Kontrolle wiederherstellen, und fügte hinzu: Wenn Plünderungen beginnen, wird geschossen - when the looting starts, the shooting starts. Der Satz ist ein historisch behaftetes Zitat. Mit diesen Worten hatte 1967 der damalige Polizeichef von Miami ein hartes Vorgehen gegen die schwarze Bevölkerung angekündigt.

Twitter versah Trumps Tweet mit einem Warnhinweis, weil er das Verbot von Gewaltverherrlichung auf der Plattform verletze. Zuckerberg erklärte dagegen, der Beitrag sei mit Facebooks Regeln vereinbar, auch wenn ihm persönlich solche spaltende und aufwieglerische Rhetorik widerstrebe. Aber meine Verantwortung ist es, nicht nur persönlich zu reagieren, sondern als Chef einer Institution, die sich der Redefreiheit verschrieben hat.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Fakten zur Saison: neue Anspielzeiten und meisterliche Teams
Sport

Fakten zur Saison: neue Anspielzeiten und meisterliche Teams

Wissenswertes zur neuen Saison in der Super League.

ETH sorgt für gerechtere Wasserbewirtschaftung
Schweiz

ETH sorgt für gerechtere Wasserbewirtschaftung

Flüsse halten sich nicht an Landesgrenzen. Das kann fatal sein. Baut beispielsweise ein Land einen Staudamm, können in einem anderen Land flussabwärts Felder verdorren. Die ETH Zürich war federführend bei einem EU-Projekt, das Konflikte um Wasserressourcen vermeidet.

BAG meldet 861 neue Coronavirus-Fälle innerhalb von 24 Stunden
Schweiz

BAG meldet 861 neue Coronavirus-Fälle innerhalb von 24 Stunden

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Donnerstag innerhalb von 24 Stunden 861 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Neue Todesfälle gab es sieben, zudem mussten 14 infizierte Personen ins Spital eingeliefert werden.

Auch Nina Christen lässt niemanden warten
Sport

Auch Nina Christen lässt niemanden warten

Schon vor 21 Jahren in Sydney holte die Schweiz die ersten Medaille bei der ersten Entscheidung.