Faktencheck: Trump rettet die US-Wirtschaft - was ist dran?


Roman Spirig
Schweiz / 21.01.20 19:28

US-Präsident Donald Trump ist in Davos voll des Lobes für die US-Wirtschaft - und damit für sich selbst. Auf der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos zählte er Rekorde auf. Was stimmt? Wir machen den Fakten-Check bei seinen Hauptaussagen.

Faktencheck: Trump rettet die US-Wirtschaft - was ist dran? (Foto: KEYSTONE / AP / Evan Vucci)
Faktencheck: Trump rettet die US-Wirtschaft - was ist dran? (Foto: KEYSTONE / AP / Evan Vucci)

Aussage: "Die Arbeitslosenquote liegt nun bei weniger als 3,5 Prozent (...), die niedrigste in mehr als 50 Jahren."

Bewertung: Das stimmt, der Jobaufschwung dauert aber schon länger an.

Fakten: Im Dezember 2019 sank die Arbeitslosenquote tatsächlich auf den tiefsten Stand seit einem halben Jahrhundert: 3,5 Prozent. Der Rückgang begann allerdings nicht erst mit Trumps Amtsantritt, sondern bereits vor mehr als zehn Jahren unter Vorgänger Barack Obama. Damals war im Zuge der weltweiten Finanzkrise die Quote auf mehr als 10 Prozent angewachsen. Doch seitdem ging es mit dem US-Jobmarkt wieder aufwärts. Unter Trump wurden im Schnitt seit dessen Amtsantritt laut offizieller Arbeitsmarktstatistik monatlich gut 190'000 Jobs geschaffen. Bei Obama waren es in der Vergleichsperiode seiner zweiten Amtszeit rund 224'000 pro Monat.

Aussage: "Zum ersten Mal seit Jahrzehnten ist der Reichtum nicht mehr in den Händen von wenigen konzentriert. Wir (...) schaffen die inklusivste Wirtschaft, die es jemals gab."

Bewertung: Das ist kaum haltbar.

Fakten: Die Einkommensungleichheit ist in den USA im Jahr 2018 gegenüber 2017 grösser geworden, so die jüngsten Zahlen der staatlichen US-Statistikbehörde aus dem "American Community Survey". Und das, obwohl das mittlere Einkommen (Median) im gleichen Zeitraum um 0,8 Prozent angestiegen ist und damit einen Rekordwert erreicht hat. Der Report sei beunruhigend, kommentierte ein Arbeitsmarkt-Experte der State University of New Jersey, William M. Rodgers. Denn er "verdeutliche die Unfähigkeit der aktuellen wirtschaftlichen Expansion - der längsten in der Geschichte - Ungleichheit zu vermindern."

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Landsgemeindeparkplatz in Oberdorf NW wird überbaut
Regional

Landsgemeindeparkplatz in Oberdorf NW wird überbaut

Die Gemeinde Oberdorf NW kann vom Kanton Nidwalden den Parkplatz beim Landsgemeindeplatz kaufen und ihn im Baurecht für eine Überbauung abgeben. Die Stimmberechtigten haben mit einem Ja-Stimmenanteil von knapp 80 Prozent dem Plan des Gemeinderats zugestimmt.

St. Galler Stadtparlament mit leichten Sitzverschiebungen
Schweiz

St. Galler Stadtparlament mit leichten Sitzverschiebungen

Im St. Galler Stadtparlament kommt es nur zu leichten Sitzverschiebungen zwischen dem linksgrünen und dem bürgerlichen Block. Erfolgreich waren Grünliberale und Grüne. Leichte Verluste gab es für CVP, FDP, SP und SVP. Gemischt fällt die Bilanz der Jungparteien aus.

Nidwalden bleibt für Unternehmen bei Steuern global top
Regional

Nidwalden bleibt für Unternehmen bei Steuern global top

Nidwalden bleibt für Unternehmen steuerlich der günstigste Kanton der Schweiz. Die Stimmberechtigten haben mit einem Ja-Stimmenanteil von 59,4 Prozent eine Senkung des Gewinnsteuersatzes von 6 auf 5,1 Prozent gutgeheissen.

UN-Chef
International

UN-Chef "extrem besorgt" über Kämpfe in Berg-Karabach

UN-Generalsekretär António Guterres hat sich beunruhigt über die Eskalation des Konflikts in der Unruheregion Berg-Karabach im Südkaukasus gezeigt. Er sei "extrem besorgt", hiess es in einer Mitteilung seines Sprechers vom Sonntag. Guterres verurteile den Einsatz von Gewalt und fordere alle Beteiligten zu einem sofortigen Ende der Kämpfe und der unverzüglichen Rückkehr zu Verhandlungen auf. Er werde deswegen auch noch mit dem Präsident von Aserbaidschan und dem Regierungschef von Armenien sprechen, hiess es.