"Familie Eichwäldli" verlässt die Luzerner Soldatenstube


News Redaktion
Regional / 21.06.21 12:15

"Wir gehen": Mit diesen Worten haben die Bewohnerinnen und Bewohner der Luzerner Soldatenstube bei der Luzerner Allmend auf Instagram verkündet, was die Stadt Luzern als Grundeigentümerin schon lange von ihnen verlangt hatte. Das Gebäude wird in den nächsten Wochen abgerissen.

Sie ziehen aus: Die Bewohnerinnen und Bewohner der Soldatenstube. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)
Sie ziehen aus: Die Bewohnerinnen und Bewohner der Soldatenstube. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)

Wir haben Ideen, wir haben Mumm, wir lassen uns nicht unterkriegen, schreibt die Familie Eichwäldli. Die letzten Wochen hätten sie Unmengen von Material aus dem Haus getragen, viel verschenkt, viel geweint, viel geschrien. Wir tun uns schwer, heisst es im Instagram-Post am Sonntagabend.

Am späteren Montagnachmittag informierte schliesslich auch der Stadtrat darüber, das die Familie Eichwäldli ausgezogen sei und die Schlüssel der Stadt übergeben habe. Die Vorbereitungen für den Abbruch starten unverzüglich, heisst es in der Medienmitteilung.

Der anschliessende Rückbau werde je nach Bauverlauf und Wetterverhältnissen im Verlaufe des Sommers abgeschlossen. Gleichzeitig werde der partizipative Prozess zur Nachnutzung des Areals mit dem Quartierverein Obergrund, dem Verein Brache Eichwäldli (KuBra) und Vertretungen der Familie Eichwäldli fortgesetzt.

Am 10. Juni hatte das Luzerner Kantonsgericht eine Berufung gegen die Ausweisung der Bewohner der städtischen Liegenschaft abgewiesen. Mit der Folge, dass diese das Gebäude innert zehn Tagen verlassen müssen. Es stütze den Entscheid der Vorinstanz, die bereits im Mai auf Antrag der Stadt Luzern die Ausweisung der Bewohner gutgeheissen hatte.

Auch das Kantonsgericht ging davon aus, dass die sogenannte Familie Eichwäldli mit der Stadt als Eigentümerin einen Gebrauchsleihvertrag eingegangen war, der am 30. September 2020 endete. Die Stadt Luzern als Grundeigentümerin habe eine grosszügige Auszugsfrist gewährt, die ungenutzt blieb. Sie habe daher einen Rückgabeanspruch.

Die Bewohnerinnen und Bewohner des baufälligen Gebäudes wohnten seit 2018 in der 1935 erbauten Soldatenstube am Murmattweg. In der Sache kam es zu mehreren Verfahren.

Als der Gebrauchsleihvertrag im September 2020 auslief, verlängerte der Stadtrat die Frist für den Auszug bis Mitte Februar. Die Stadt will das Haus abreissen, weil es in baulich schlechtem Zustand sei. Die Familie Eichwäldli weigerte sich seither, das Grundstück zu verlassen.

(sda)


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