Familie und Wegbegleiter gedenken Luzerner Theologen Hans Küng


Roman Spirig
Regional / 16.04.21 16:41

Der verstorbene Schweizer Theologe Hans Küng ist am Freitag in der süddeutschen Stadt Tübingen beigesetzt worden. Zuvor gedachten ihm Politiker, Kirchenleute, Freunde und Familie bei einer redimensionierten Feier.

Familie und Wegbegleiter gedenken Luzerner Theologen Hans Küng (Foto: KEYSTONE /  / )
Familie und Wegbegleiter gedenken Luzerner Theologen Hans Küng

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann bezeichnete Küng als den grossen geistigen Lehrer meiner Generation. Er verneige sich vor der Leistung Hans Küngs und einem einzigartigen Menschen, sagte der Grünen-Politiker in der Kirche St. Johannes in Tübingen, wo Küng als junger Priester regelmässig Gottesdienste gefeiert hatte.

Aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie war die Anzahl der Teilnehmer auf maximal vierzig Menschen begrenzt. Nur die engste Familie und wenige Wegbegleiter Küngs nahmen daran teil. Der Südwestrundfunk übertrug die Trauerfeier im Fernsehen und online.

Die christliche Trauerfeier hatte Küng bereits vor Jahren geplant. Geleitet wurde sie von Pfarrer Wolfgang Gramer, einem ehemaligen Studenten und engen Freund Küngs. Ein Ensemble sang Lieder von Johann Sebastian Bach. Freunde trugen von Küng selbst geschriebene Gebete vor.

Beigesetzt wurde Küng danach in einem von ihm selbst ausgesuchten Sarg aus Kirschholz auf dem alten Stadtfriedhof von Tübingen. An der Universität der Stadt hatte Küng lange gelehrt.

Seine letzte Ruhe findet Küng in unmittelbarer Nähe des Grabs des Schriftstellers Walter Jens. Die beiden Professoren waren eng befreundet. Sie hatten sich die Gräber vor zwei Jahrzehnten reservieren lassen.

Hans Küng, der Querdenker in der katholischen Kirche, Professor und Autor, starb am 6. April im Alter von 93 Jahren in seinem Haus in Tübingen. Der gebürtige Surseer Theologe und Philosoph zählte zu den bekanntesten Kritikern der Amtskirche. Küngs Thesen zu den Themen Unfehlbarkeit, Kirche und Gott führten 1979 zum Entzug der kirchlichen Lehrbefugnis. Gleichzeitig erlangte er dadurch grosse Popularität.

Er wurde für sein Schaffen mit vielen Ehrendoktoraten hauptsächlich von Universitäten in den USA und in Grossbritannien ausgezeichnet. In den vergangenen Jahren hatte sich Küng wegen seines Gesundheitszustands zunehmend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin würdige Küng nach dessen Tod als mutigen und engagierten Denker.

(sda)


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