Federer: "Er hat einen Traum gespielt"


Roman Spirig
Sport / 16.08.19 09:42

Das frühe Ausscheiden von Rekordsieger Roger Federer am Turnier in Cincinnati gegen Andrej Rublew war die bislang grösste Überraschung der nordamerikanischen Hartplatz-Saison. Nun bleibt dem 38-jährigen Baselbieter genug Zeit, um sich auf das US Open vorzubereiten.

Federer: Er hat einen Traum gespielt (Foto: KEYSTONE / AP / John Minchillo)
Federer: Er hat einen Traum gespielt (Foto: KEYSTONE / AP / John Minchillo)
(Foto: KEYSTONE / AP / John Minchillo)
(Foto: KEYSTONE / AP / John Minchillo)

Nach seiner schnellsten Niederlage seit dem Turnier 2003 in Sydney, als er gegen Franco Squillari in der 1. Runde in 54 Minuten unterlag, war Federer voll des Lobes über seinen 17 Jahre jüngeren Widersacher: "Er hat einen exzellenten Match gespielt. Ob offensiv, defensiv oder mit dem Aufschlag, er war überall und hat es mir sehr schwer gemacht", so die Nummer 3 der Welt. "Ich bin beeindruckt."

Er selbst habe keinen allzu schlechten Match gespielt, sagte Federer gegenüber SRF. "Viele fragen nach einer solchen Niederlage jeweils: Was war los? Ist er verletzt oder krank? Aber so war es nicht." Er könne Rublew nur gratulieren. "Er hat einen Traum gespielt - und ich war nicht gut genug."

Die Vorbereitung auf das in zehn Tagen beginnende US Open sieht Federer aufgrund der frühen Niederlage nicht gestört. "Ich bin im Fahrplan, auch wenn ich gerne ein paar Matches mehr gespielt hätte." Die fehlende Spielpraxis sei allerdings kein Problem. "Ich habe in dieser Saison bereits 45 Matches gespielt, das sollte okay sein", sagte Federer mit einem Lachen.

Der Niederlage gewann der 38-Jährige auch Positives ab. Nun könne er sich in aller Ruhe an die Bedingungen in New York gewöhnen. "Und ich weiss, dass ich am US Open körperlich 100 Prozent fit sein werde."

Für Rublew (ATP 70) war es nach eigener Aussage der grösste und emotionalste Erfolg seiner Karriere, die bislang auch aufgrund von Verletzungen von Auf und Abs geprägt war. "Er ist ein solcher Champion und eine Legende", sagte der 21-Jährige aus Moskau. "Ich kann mir nicht vorstellen, wie viel Druck du hast, wenn du weisst, dass du Roger bist, dir alle zuschauen und du dich jeden Tag beweisen musst." Aber Federer mache dies - und zwar seit Jahren. "Das ist nicht real."

Im Gegensatz zu Federer gab sich Novak Djokovic keine Blösse. Der Weltranglisten-Erste zog dank einem 6:3, 6:4-Erfolg gegen den Spanier Pablo Carreño Busta souverän in die Viertelfinals ein und hat beste Chancen, seinen Titel aus dem Vorjahr erfolgreich zu verteidigen.

Mit Daniil Medwedew schaffte neben Djokovic nur ein weiterer Top-Ten-Spieler den Einzug in die Viertelfinals des Masters-1000-Turniers im US-Bundesstaat Ohio. Neben Federer hatte sich in den Achtelfinals auch Karen Chatschanow (ATP 9) verabschiedet.

(sda)


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