Feuerfeste Baumwollfasern ohne krebserregende Stoffe entwickelt


News Redaktion
Schweiz / 15.09.21 10:08

Empa-Forscher haben eine Phosphorverbindung in Baumwollfasern verankert, um Textilien feuerfest zu machen. Im Vergleich zu herkömmlicher Flammschutz-Baumwolle saugt die neue Entwicklung mehr Wasser auf, was ein angenehmeres Tragegefühl verleiht.

Feuerwehrleute sind auf feuerfeste Schutzkleidung angewiesen. Empa-Forscher entwickelten nun aus Baumwolle ein schwer entflammbares Gewebe, das ohne den krebserregenden Stoff Formaldehyd auskommt. (Themenbild) (FOTO: KEYSTONE/GAETAN BALLY)
Feuerwehrleute sind auf feuerfeste Schutzkleidung angewiesen. Empa-Forscher entwickelten nun aus Baumwolle ein schwer entflammbares Gewebe, das ohne den krebserregenden Stoff Formaldehyd auskommt. (Themenbild) (FOTO: KEYSTONE/GAETAN BALLY)

Zudem behandelte das Team um den Chemiker und Polymerexperten Sabyasachi Gaan die flammhemmende Baumwolle mit Silber-Nanopartikel, was der Faser antimikrobielle Eigenschaften verleiht. Davon berichten die Forscher im Fachblatt Chemical Engineering Journal.

Um flammhemmende Baumwolle für die innere Textil-Schutzschicht etwa für Feuerwehrkleidung herzustellen, setze die Industrie derzeit auf Formaldehyd basierende Chemikalien. Doch Formaldehyd gelte als krebserregend, wie die Empa in einer Mitteilung vom Mittwoch schrieb. Zudem verliere die Baumwolle durch die Behandlung weitestgehend die Fähigkeit, Wasser aufzunehmen.

Mit der Phosphorverbindung namens Trivinylphosphinoxid lösten die Forscher dieses Problem - die ohne Formaldehyd auskommende Baumwolle schafft ein angenehmes Mikroklima.

Der Studie zufolge hält die feuerfeste Baumwolle zahlreichen Waschgängen stand: Nach fünfzig Mal waschen waren noch 95 Prozent des Flammschutznetzwerkes vorhanden, was mit den handelsüblichen formaldehydbasierten Textilien vergleichbar sei.

Die Forscher liessen ihre neue Entwicklung bereits patentieren, schrieb die Empa. Und der Anwendungsprozess sei mit den in der Textilindustrie eingesetzten Behandlungsmaschinen kompatibel. Dennoch blieben zwei Hürden bestehen, sagte Gaan: Für die zukünftige Kommerzialisierung müssen wir einen geeigneten Chemikalienhersteller finden, der Trivinylphosphinoxid herstellen und liefern kann. Ausserdem muss Trivinylphosphinoxid noch in der EU-Chemikaliendatenbank Reach registriert werden, damit sie problemlos gehandelt und transportiert werden kann.

https://doi.org/10.1016/j.cej.2020.128028

(sda)


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