Filmfestival thematisiert aktuelle Themen wie Krieg und Feminismus


News Redaktion
Schweiz / 18.01.23 04:34

An den 58. Solothurner Filmtagen (-25.1.), die am Mittwochabend beginnen, warten auf das Publikum starke Geschichten, unkonventionelle Erzählweisen und auffallend viele Spielfilme.

Zum ersten Mal im Amt des künstlerischen Leiters: Niccolò Castelli räumt Filmen in anderen Sprachen und Geschichten von Minderheiten an den 58. Solothurner Filmtagen (18.-25.1.) mehr Raum ein. (FOTO: Keystone/GAETAN BALLY)
Zum ersten Mal im Amt des künstlerischen Leiters: Niccolò Castelli räumt Filmen in anderen Sprachen und Geschichten von Minderheiten an den 58. Solothurner Filmtagen (18.-25.1.) mehr Raum ein. (FOTO: Keystone/GAETAN BALLY)

Themen wie Krieg, Feminismus, Kampf für Menschenrechte, Demokratie und Umwelt dominieren die diesjährige Ausgabe. "Die Filme wollen eine Rolle in der Gesellschaft spielen", sagte Niccolò Castelli, neuer künstlerischer Leiter der Filmtage, bei der Programm-Medienkonferenz im vergangenen Dezember. Den Regisseurinnen und Regisseuren gehe es darum, "die Finger in die Wunden zu legen".

Im Interview mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Tag vor der Eröffnung führte der Filmemacher ("Atlas") dies weiter aus. Er wolle in seinem ersten Jahr als Co-Leiter des Festivals "eine grössere Sensibilität für Filme in anderen Sprachen und von Minderheiten" einbringen.

"Die neuen Filmemacherinnen und Filmemacher, die zwischen 25 und 40 Jahre alt sind, haben oft mindestens die Hälfte ihrer Wurzeln im Ausland", erklärt er. Indirekt werde das Schweizer Kino dadurch "ein bisschen internationaler".

Besonders auffallend sind im Programm die hohe Anzahl Spielfilme und Geschichten über starke Frauenfiguren und die Generationenfrage. Die schweizerisch-ägyptische Koproduktion "Big Little Women" von Nadia Fares etwa behandelt den generationenübergreifenden Kampf von Frauen gegen patriarchalische Verbote, während "Trained To See - Three Women And The War" von Luzia Schmid drei Kriegsreporterinnen im 2. Weltkrieg porträtiert.

Eröffnet wird die Schweizer Werkschau mit "This Kind of Hope" von dem schweizerisch-polnischen Regisseur Pawel Siczek. Der in einer Weltpremiere gezeigte Dokumentarfilm ist ein Blick in die Geschichte und Gegenwart von Belarus. Im Zentrum steht Andrei Sannikov, der in den 1990-er Jahren als Diplomat massgeblich an der nuklearen Abrüstung von Belarus beteiligt war und später als Präsident kandidierte.

Die Eröffnungsrede hätte eigentlich Bundesrat Alain Berset halten sollen. Doch wie die Solothurner Filmtage am Mittwochnachmittag mitteilten, verhinderten die Wetterumstände, dass Berset vom WEF in Davos nach Solothurn und anschliessend wieder zurück reisen könne. Er werde jedoch eine Grussbotschaft per Video senden. An seiner Stelle soll nun Carina Bachmann, Direktorin des Bundesamts für Kultur, die Eröffnungsrede halten.

(sda)


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