Filz-Vorwurf: Pfister plädiert für Post-Präsidenten ohne Parteibuch


Roman Spirig
Schweiz / 07.07.18 09:10

Verwaltungsratspräsidien staatsnaher Betriebe sollen entpolitisiert werden, sagt CVP-Chef Gerhard Pfister nach dem Buchungsskandal bei der Post. Diese wird von seinem Parteikollegen Urs Schwaller präsidiert und steht unter Aufsicht von CVP-Bundesrätin Doris Leuthard.

Filz-Vorwurf: Pfister plädiert für Post-Präsidenten ohne Parteibuch
Filz-Vorwurf: Pfister plädiert für Post-Präsidenten ohne Parteibuch

In solchen Fällen bleibe immer etwas hängen, und diese hätten auch Konsequenzen für die Partei, sagte Pfister in einem Interview mit dem "Tages-Anzeiger" vom Samstag. "Der Fall Post hat mich daher zum Schluss gebracht, dass die Verwaltungsratspräsidien bundesnaher Betriebe entpolitisiert werden sollten."

Politiker ganz aus solchen Verwaltungsräten entfernen will der 55-jährige Zuger Nationalrat und Parteichef aber nicht. "Es ist ja nicht so, dass ein Politiker per se ungeeignet wäre."

Von einem CVP-Filz bei der Post will Pfister nichts wissen. Bei dem Konzern seien in der entscheidenden Phase keine CVPler am Ruder gewesen, sagte Pfister. Er spielt dabei auf Schwallers freisinnigen Vorgänger Peter Hasler an. Zudem nimmt er Schwaller in Schutz. Dieser mache in der Krisenbewältigung einen guten Job.

Pfister verlangt vom Post-Verwaltungsrat allerdings mehr Transparenz. Selbst wenn dem Gremium aus rechtlicher Sicht gewisse Grenzen gesetzt seien, sei es problematisch, dass ein grosser Teil der Untersuchungen nur mit schwarzen Balken veröffentlicht würden. "Ich habe den Eindruck, dass gewisse Verwaltungsräte derzeit versuchen, die Schuld auf die unteren Chargen abzuschieben."

Pfister bringt bei der Aufarbeitung des Subventionsskandals im Umfang von gegen 130 Millionen Franken auch eine Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) ins Spiel. Er erwarte rasch Klarheit darüber, ob die Geschäftsprüfungskommission des Parlaments überhaupt in der Lage ist, den Skandal sauber aufzuklären. Wenn nicht, brauche es eine PUK, sagte Pfister.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Papst eröffnet  im Vatikan Krisengipfel zu sexuellem Missbrauch
International

Papst eröffnet im Vatikan Krisengipfel zu sexuellem Missbrauch

Auf Einladung von Papst Franziskus beraten die katholischen Bischöfe seit Donnerstagmorgen über Konsequenzen aus den Missbrauchsskandalen der katholischen Kirche. Der Papst verlangte zum Auftakt des Treffens "konkrete Massnahmen" gegen Missbrauch.

Vierfachmörder von Rupperswil will Therapie vor Bundesgericht durchsetzen
Schweiz

Vierfachmörder von Rupperswil will Therapie vor Bundesgericht durchsetzen

Der Vierfachmord von Rupperswil wird nun auch das Bundesgericht beschäftigten. Der vor zwei Monaten vom Aargauer Obergericht verurteilte Mörder verzichtet zwar darauf, die ordentliche Verwahrung anzufechten. Er verlangt eine ambulante, vollzugsbegleitende Massnahme.

Cham ZG: Autofahrerin verletzt sich bei Auffahrunfall
Regional

Cham ZG: Autofahrerin verletzt sich bei Auffahrunfall

Eine Autofahrerin hat sich heute Morgen in Cham bei einem Auffahrunfall erheblich verletzt. Weil der Verkehr unvermittelt stockte, konnte ein 30-Jähriger nicht mehr rechtzeitig bremsen und prallte in den Wagen der Frau vor ihm. Der Sachschaden beträgt rund 80'000 Franken.

Brand in Muotathaler Abfallbunker
Regional

Brand in Muotathaler Abfallbunker

In einem Abfallbunker in Muotathal ist heute Morgen um 5.30 Uhr ein Feuer ausgebrochen. Die Feuerwehr konnte den Brand rasch löschen und verhindern, dass die Flammen auf das Gebäude übergriffen.