Fink vor dem Derby: "Wir haben die Hürde übersprungen"


Roman Spirig
Sport / 30.11.18 18:29

GC-Trainer Thorsten Fink lässt sich eine unbändige Freude auf das Derby gegen den FC Zürich vom Sonntag anmerken. Zwischen den Zürchern Klubs liegen nur noch vier Punkte. Vor kurzem war ein so knapper Abstand noch undenkbar gewesen.

Fink vor dem Derby: Wir haben die Hürde übersprungen  (Foto: KEYSTONE / ENNIO LEANZA)
Fink vor dem Derby: Wir haben die Hürde übersprungen (Foto: KEYSTONE / ENNIO LEANZA)

Mit Ausnahme der Young Boys (einmal neun Siege, jetzt bereits wieder vier Siege) haben alle Mannschaften der Super League grösste Mühe, eine Siegesserie aufzubauen. Alle bisherigen Versuche von YBs Gegnerschaft waren nach spätestens zwei Siegen zu Ende. Bei ebensolchen zwei Siegen stehen derzeit Sion und die Grasshoppers.

Der zweite Sieg am Stück, das 2:1 daheim gegen St. Gallen, freute Thorsten Fink sehr. "Wir haben damit eine Hürde übersprungen", sagte der Deutsche an einer Medienkonferenz vor dem 272. Zürcher Derby. Am Ende der Saison vor Zürich zu liegen, war eines der Ziele, das Fink vor der Meisterschaft ausgegeben hatte. Am Sonntagabend könnte die Differenz zu Ungunsten der Grasshoppers sieben Punkte betragen - aber genauso gut nur einen Punkt.

Holzhauser, Rhyner, Tarashaj, Nathan, Sigurjonsson, Basic, Djuricin: Das Lazarett der Hoppers ist nach wie vor besser besucht als das der meisten anderen Mannschaften. Aber Fink gewinnt dem Verletzungspech auch Positives ab. Er hält grosse Stücke auf Djibril Diani, den 20-jährigen Franzosen im Mittelfeldzentrum. "Hätten wir die anderen Spieler immer zu Verfügung gehabt, hätten wir Djibril vielleicht nicht schon jetzt entdeckt", sagt Fink. "Dieser junge Spieler hat in Ruhe auf seine Chance gewartet, und er hat sie bekommen. Im Moment ist er aus unserem Mittelfeld nicht wegzudenken."

Die Entwicklung der Mannschaft gefällt Fink generell: "Man kann sehen, dass wir eine aufsteigende Tendenz haben. Wir kommen zu viel mehr Torschüssen als noch vor Wochen. Das Angriffsspiel kommt ins Rollen, das gefällt mir sehr gut. In der Statistik der ersten Halbzeit sind wir ganz weit vorne."

Wird die Differenz zwischen Zürich und GC nach der 16. Runde sieben, vier oder einen Punkt betragen, werden es im Vergleich zwischen dem Ersten und dem Zweiten, YB und Basel, 19, 16 oder 13 Punkte sein. So oder so wird noch eine so grosse Lücken klaffen, dass man sich überlegen kann, ob man vor dem Match vom Sonntagnachmittag im St.-Jakob-Park von einem Spitzenkampf sprechen will. Die Basler haben in ihren 15 Partien 29 Tore zugelassen. Nur Schlusslicht Neuchâtel Xamax (33 Tore) steht in dieser Beziehung schlechter da. Basels Trainer Marcel Koller ist diese Schwäche nicht entgangen. "Unsere defensiven Leistungen waren ungenügend", sagte der Zürcher vor dem Kräftemessen mit den Bernern. "Wir müssen diese Schwäche und diese Fehler abstellen." Dies soll ausgerechnet gegen YB besser werden, gegen die Mannschaft, die in den letzten 46 Meisterschaftsspielen immer mindestens ein Tor erzielt hat - während Basel es 21 Mal in Folge nicht mehr zustande gebracht hat, zu null zu spielen.

YB-Trainer Gerardo Seoane wird am Sonntag voraussichtlich seine zwei erfahrensten Feldspieler Steve von Bergen und Guillaume Hoarau nicht einsetzen können. Nach ihren Fussverletzungen werden sie vermutlich noch nicht fit sein. Vielleicht gibt dies dem FCB etwas Hoffnung.

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(sda)


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