Ford plant Robotaxis für Ende 2021


Roman Spirig
International / 09.01.20 13:26

Ford will Ende 2021 Robotaxis in drei US-Städten auf die Strasse bringen. Miami, Austin und die Hauptstadt Washington seien dafür unter anderem wegen der unterschiedlichen Fahrstile ausgesucht worden, sagte der zuständige Manager John Rich auf der Technik-Messe CES.

Vor kurzem präsentiert: Der Ford Mustang als E-Auto (Foto: KEYSTONE /  / )
Vor kurzem präsentiert: Der Ford Mustang als E-Auto

"Mir war zuvor nicht bewusst, wie sehr sich das Fahrverhalten von Stadt zu Stadt unterscheidet." Ford wolle dabei keinen eigenen Robotaxi-Service betreiben, sondern die Wagen über Plattformen vorhandener Fahrdienst-Vermittler wie Uber und Lyft verfügbar machen, statt mit ihnen zu konkurrieren. "Dieser Zug ist abgefahren", sagte Rich, der bei Fords Roboterwagen-Sparte für das operative Geschäft zuständig ist.

"Wir wollen nicht die Plattformen ersetzen, sondern den Fahrer." Die Software zum autonomen Fahren wird dabei von der Firma Argo AI entwickelt, die zur Hälfte Ford und Volkswagen gehört.

Ford will dabei ein eigens dafür entwickeltes Fahrzeugmodell als Robotaxi einsetzen. Ein Grund ist, dass die Wagen möglichst viel unterwegs sein müssen, um die Kosten der Roboterwagen-Technik wieder reinzuholen. Deshalb setzt Ford auch vorerst auf Hybrid-Antriebe mit Verbrennungsmotor statt auf reine Elektrofahrzeuge. Das liegt zum einen daran, dass die Fahrzeuge während der Batterieladezeiten kein Geld verdienen können. "Und zuviel schnelles Aufladen würde die Batterie früher kaputtmachen." Dabei sei der Stromverbrauch selbstfahrender Autos noch einmal deutlich höher durch die Roboterwagen-Technik an Bord.

In jeder der Städte werde Ford den Bereich, in dem seine Robotaxis unterwegs sind, schrittweise ausbauen - wolle aber auch schon zum Start einen "bedeutenden" Teil abdecken, sagte Rich. "In Miami sind wird jetzt zum Beispiel im Downtown, nördlich davon sowie in Miami Beach unterwegs." Anfangs sollen die Wagen noch mit einem Sicherheitsfahrer unterwegs sein. Die Zahl der Fahrzeuge "aggressiv ausbauen" werde Ford aber erst, wenn kein Mensch mehr am Steuer sitzt. "Anders ergibt das wirtschaftlich keinen Sinn - es wäre verrückt, den Fahrer und das Roboterwagen-System zu bezahlen."

Eine zentrale Frage dabei sei, mit welchem Tempo die selbstfahrenden Fahrzeuge sicher unterwegs sein können, betonte der Ford-Manager. Bei zu langsamen Geschwindigkeiten sei man nicht effizient genug.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Medien - Facebook erwägt Verbot von Wahlwerbung vor US-Wahlen
Wirtschaft

Medien - Facebook erwägt Verbot von Wahlwerbung vor US-Wahlen

Facebook erwägt einem Medienbericht zufolge ein Verbot von Wahlwerbung auf seinem Online-Netzwerk vor der US-Präsidentenwahl im November. Der Konzern denke über einen solchen Schritt nach.

Trump hebt Gefängnisstrafe für Vertrauten Stone auf
International

Trump hebt Gefängnisstrafe für Vertrauten Stone auf

US-Präsident Donald Trump hat seinem in der Russland-Affäre verurteilten Vertrauten Roger Stone die Gefängnisstrafe erlassen. "Roger Stone ist jetzt ein freier Mann!", teilte das Weisse Haus am Freitagabend (Ortszeit) mit.

Neue Plattform soll Dialog fördern und Ängste vor 5G nehmen
Schweiz

Neue Plattform soll Dialog fördern und Ängste vor 5G nehmen

Befürworter der neuen Mobilfunkgeneration 5G wollen mit einer Plattform den gesundheitlichen Bedenken begegnen und aufzeigen, welche Möglichkeiten 5G bringt. Anhand von Erklärungen soll sich die Bevölkerung eine fundierte Meinung bilden können.

Schweizer Diplomat als OSZE-Generalsekretär nicht wiedergewählt
Schweiz

Schweizer Diplomat als OSZE-Generalsekretär nicht wiedergewählt

Die Botschafter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) haben die Amtszeit von OSZE-Generalsekretär Thomas Greminger nicht verlängert. Die 57 teilnehmenden Staaten konnten sich am Freitag nicht auf einen Konsens einigen.