Forscher finden Mikroplastik in der Todeszone des Mount Everest


News Redaktion
International / 20.11.20 17:04

Selbst in der Todeszone des Mount Everest, in etwa 8440 Metern Höhe, findet sich Mikroplastik. Es stammt vermutlich von der Kleidung von Bergsteigern und ihrer Ausrüstung, wie Forschende im Fachmagazin "One Earth" berichten.

Forschende fanden winzige Teilchen aus Kunststoff einige hundert Meter unterhalb des Gipfels des Mount Everest, dem Dach der Welt. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/AP/JOHN MCCONNICO)
Forschende fanden winzige Teilchen aus Kunststoff einige hundert Meter unterhalb des Gipfels des Mount Everest, dem Dach der Welt. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/AP/JOHN MCCONNICO)

Sie hatten bei Expeditionen im Frühjahr 2019 Schnee- und Wasserproben vom höchsten Berges der Erde untersucht. Bei einem Grossteil der gefundenen Mikroplastik-Teilchen handelte es sich demnach um weniger als fünf Millimeter kleine Partikel aus Polyester-Fasern.

War der Mount Everest einst ein Stück unberührte Natur, hat der Bergsteiger-Tourismus seit der ersten bekannten Besteigung 1953 in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen. Das hat der Wirtschaft Nepals zwar geholfen, aber mit den vielen Abenteurern aus dem Ausland wurde der Berg auch zur höchst gelegenen Mülldeponie der Welt. Es finden sich dort unzählige kaputte Zelte, Kletterseilreste, Essensverpackungen, leere Wasserflaschen, Bierdosen, Sauerstoffflaschen und menschliche Ausscheidungen.

Ein weiteres Forscherteam stellte bei der Auswertung von Satellitenbildern fest, dass die Gletscher seit den 1960er Jahren um mehr als Hundert Meter geschrumpft sind und der Verlust der Eismasse sich zunehmend beschleunigt hat. In den nächsten Jahrzehnten werde sich der Schmelzprozess infolge des Klimawandels wahrscheinlich weiter beschleunigen, schreiben die Wissenschaftler. Dies könne auch deshalb zu Problemen führen, weil vom Gletscher-Schmelzwasser die Wasserversorgung von mehr als 230 Millionen Menschen abhänge.

Auf dem Mount Everest kann es bis zu minus 50 Grad kalt werden und Windgeschwindigkeiten können 80 Metern pro Sekunde erreichen. Besonders gefährlich für Bergsteiger ist jedoch die geringere Sauerstoffverfügbarkeit in der Höhe. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts sei es allerdings einfacher geworden, den Mount Everest ohne Sauerstoffflaschen zu besteigen, schreibt ein drittes Forscherteam in One Earth. Denn steigende Temperaturen hätten den Luftdruck am Gipfel und damit die Sauerstoffverfügbarkeit für den Körper erhöht.

(sda)


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