Forscher weisen irdische Bedingungen auf Exo-Planeten nach


News Redaktion
Schweiz / 29.05.20 09:47

Der nächstgelegene Stern im Sonnensystem, Proxima Centauri, wird von einem erdähnlichen Planeten begleitet. Nun entdeckten Forscher dort sogar geeignete Bedingungen für Wasser in flüssiger Form, wie die Universität Genf (UNIGE) am Donnerstag mitteilte.

So könnte es auf dem Planeten Proxima b aussehen (Illustration). (FOTO: European Southern Observatory/M. Kornmesser)
So könnte es auf dem Planeten Proxima b aussehen (Illustration). (FOTO: European Southern Observatory/M. Kornmesser)

Der Planet mit dem Namen Proxima b hat etwas mehr Masse als die Erde und umkreist seinen Stern in einer bewohnbaren Zone. Das ergab eine Studie mit Genfer Beteiligung, die im Fachmagazin Astronomy & Astrophysics veröffentlicht wurde. Die Beobachtungen wurden mit dem Spektrografen Espresso am Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte in Chile durchgeführt.

Die Studie beinhaltet die Analyse der sogenannten Radialgeschwindigkeiten. Damit lassen sich die Umlaufbahnen von Sternen sowie die Eigenschaften von deren Trabanten bestimmen. Demnach dürfte die Temperatur auf der Oberfläche von Proxima b es ermöglichen, dass Wasser in flüssiger Form vorliegt - und damit wäre Leben auf dem Planeten möglich. Ob es auf diesem aber überhaupt Wasser gibt, ist noch unklar.

Hinzu kommt, dass der Stern Proxima Centauri seine Planeten mit Röntgenstrahlen regelrecht bombardiert. Die Frage sei daher, ob der erdähnliche Planet eine schützende Atmosphäre aufweise, sagte Christophe Lovis, Leiter der Datenverarbeitung bei Espresso in der UNIGE-Mitteilung. Antworten sollen bald neue Instrumente liefern, die speziell für den Nachweis des von Proxima b emittierten Lichts gebaut werden.

Die Entdeckung des Planeten Proxima b gelang Wissenschaftlern bereits vor vier Jahren, damals noch mit einem älteren Spektrografen namens Harps. Wir waren bereits sehr zufrieden mit der Leistung von Harps, mit dem in den letzten 17 Jahren Hunderte von Exo-Planeten entdeckt werden konnten, liess sich der Astronome Francesco Pepe, Professor an der UNIGE und Leiter von Espresso, in der Mitteilung zitieren. Dank Espresso gelang es den Wissenschaftlern nun, die Messgenauigkeiten zu verdreifachen.

So fand das Genfer Team in den aktuellen Messdaten auch Hinweise auf ein weiteres Signal, das von einem noch unbekannten Planeten stammen könnte. Wenn dieses Signal planetarischen Ursprungs ist, wäre das der kleinste Planet, der jemals mit der Radialgeschwindigkeitsmethode gefunden werden konnte, sagte Francesco Pepe in der Mitteilung.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Ryanair-Boss will Entlassungen durch Lohnverzicht vermeiden
Wirtschaft

Ryanair-Boss will Entlassungen durch Lohnverzicht vermeiden

Der Billigflieger Ryanair will durch Lohnverzicht in der Corona-Krise möglichst viele Beschäftigte an Bord halten. Es gehe um 20 Prozent weniger Einkommen bei den am besten bezahlten Piloten bis hin zu 5 Prozent Verzicht der Flugbegleiter mit dem geringsten Verdienst.

Maskenpflicht! So tragt ihr die Hygienemaske richtig
Schweiz

Maskenpflicht! So tragt ihr die Hygienemaske richtig

Ab Montag gilt die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr. Melanie Hauser, Fachexpertin für Infektionsprävention, erklärt, wie Sie die Schutzmaske korrekt verwenden. (Hier geht es zur Videoanleitung)

Esper: US-Verteidigungsministerium hat keine Beweise für Kopfgeld
International

Esper: US-Verteidigungsministerium hat keine Beweise für Kopfgeld

Das US-Verteidigungsministerium hat kein "unterstützendes Beweismaterial" zu Berichten über russisches Kopfgeld auf US-Soldaten in Afghanistan. Dies geht aus höhsten US-Militärangaben hervor.

FC Sion und Mitrjuschkin gehen getrennte Wege
Sport

FC Sion und Mitrjuschkin gehen getrennte Wege

Nach viereinhalb Jahren im Wallis begibt sich der russische Goalie Anton Mitrjuschkin freiwillig auf Klubsuche. Er verlässt den FC Sion per sofort.