Forscher werten weltweite Sterbedaten in der Corona-Pandemie aus


News Redaktion
International / 03.08.21 12:08

Forscher haben die Sterbedaten von rund 100 Ländern während der Corona-Pandemie in vergleichbarer Form aufbereitet. Während die Schweiz bei der Übersterblichkeit im mitteleuropäischen Durchschnitt liegt, schneidet Deutschland überraschend gut ab.

Ausschnitt aus der Grafik zur internationalen Übersterblichkeit, Mitte rechts die Schweiz (Studie
Ausschnitt aus der Grafik zur internationalen Übersterblichkeit, Mitte rechts die Schweiz (Studie "Tracking excess mortality"). (FOTO: DOI: 10.7554/eLife.69336)

Dort sind seit dem Ausbruch des Virus 5 Prozent mehr Menschen gestorben, als im Durchschnitt zu erwarten gewesen wären. In der Schweiz betrug der Anstieg 13 Prozent - nur unwesentlich höher als in Österreich, Belgien, den Niederlanden und Frankreich. Grossbritannien verzeichnete 18 und Italien 20 Prozent mehr Tote als üblich.

In Osteuropa wurde ein Anstieg von durchschnittlich 22 bis 37 Prozent nachgewiesen mit Spitzen in Albanien und Mazedonien mit 43 respektive 47 Prozent ausserordentlichen Todesfällen. Am höchsten war die Übersterblichkeit in Südamerika. Den traurigen Rekord hält Peru mit einem Anstieg von 156 Prozent.

Der Studie nach starben in einigen Ländern sogar weniger Menschen als in vergleichbaren Zeiträumen vor der Pandemie. In Dänemark, Finnland, Island, Australien und Neuseeland starben 1 bis 6 Prozent weniger Menschen, als zu erwarten gewesen wären, die Seychellen weisen sogar eine Untersterblichkeit von 20 Prozent aus.

Die Forscher gehen davon aus, dass die Abstands- und Hygieneregelnin diesen Ländern die Todesfälle durch andere Infektionskrankheiten wie etwa Grippe reduzierten.

Die Ergebnisse des Forscherteams von der Universität Tübingen und der Hebräischen Universität Jerusalem wurden online im Fachjournal eLife veröffentlicht.

*Fachpublikationsnummer DOI: 10.7554/eLife.69336

(sda)


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