Forscherinnen und Forscher empfehlen CO2-Lenkungsabgabe auf Benzin


Roman Spirig
Regional / 14.01.20 10:00

Die Energiewende ist technisch und finanziell machbar, bleibt aber eine Herausforderung. Das ist das Fazit aus dem Nationalen Forschungsprogramm "Energie". Die Forscherinnen und Forscher empfehlen unter anderem eine CO2-Lenkungsabgabe auf Benzin.

Forscherinnen und Forscher empfehlen CO2-Lenkungsabgabe auf Benzin (Foto: KEYSTONE / CHRISTIAN BEUTLER)
Forscherinnen und Forscher empfehlen CO2-Lenkungsabgabe auf Benzin (Foto: KEYSTONE / CHRISTIAN BEUTLER)

Die Erkenntnisse aus den über 100 Forschungsprojekten zeigten, dass ein wirtschaftlich und sozial verträglicher Ausstieg aus der Kernenergie und der CO2-intensiven Energiewelt schon mit den heutigen technischen und finanziellen Mitteln grundsätzlich möglich sei, schreibt der Schweizerische Nationalfonds (SNF) in einer Mitteilung vom Dienstag.

Von alleine würden sich neue Technologien und Verhaltensweisen aber nicht im Alltag durchsetzen. Alle müssten dafür ihre Verantwortung wahrnehmen - als Bürgerinnen und Bürger, Konsumentinnen und Konsumenten oder Politikerinnen und Politiker. Die Transformation des Energiesystems sei ohne Zweifel eine grosse finanzielle Herausforderung.

Die Forschung zeige indes, dass die Herausforderung mit einer Lenkungsabgabe und einem Rückverteilungsmechanismus wirtschaftlich und sozialverträglich zu schaffen sei, heisst es in der Mitteilung. Zu den Handlungsempfehlungen aus dem Nationalen Forschungsprogramm (NFP) "Energie" gehört denn auch eine CO2-Lenkungsabgabe auf alle fossilen Energieträgern.

Heute gibt es eine CO2-Abgabe auf Brennstoffen, nicht aber auf Treibstoffen. Auch im totalrevidierten CO2-Gesetz, das noch in der parlamentarischen Beratung ist, ist keine Lenkungsabgabe auf Benzin und Diesel vorgesehen. Der Bundesrat prüft derzeit allerdings, wie eine solche ausgestaltet werden könnte. Gemäss den Erkenntnissen des NFP "Energie" sind Lenkungsmassnahmen wirksamer und kostengünstiger als Förderungsmassnahmen.

Für die Transformation des Energiesystems brauche es ausser neuen Technologien und Infrastrukturen sowohl wirksame Regulierungen als auch Anreize für freiwillige Verhaltensänderungen, schreibt der SNF. Nur dann lasse sich zum Beispiel die energetische Sanierungsrate von Gebäuden steigern oder die Mobilität und Logistik effizienter gestalten.

Um die Menschen dafür zu gewinnen, müssten Wissensdefizite abgebaut werden. Verschiedene Projekte hätten nachgewiesen, dass es noch nicht gelungen sei, ausreichend über die Vorteile neuer Technologien und Verhaltensweisen zu informieren.

Der SNF weist auch auf die technischen Innovationen hin, die das NFP "Energie" hervorgebracht habe. So seien Technologien für die Energiespeicherung mittels Batterien oder Druckluft sowie neuartige Brennstoffzellen erforscht worden. Bekannte Technologien wie die gebäudeintegrierte Photovoltaik seien weiterentwickelt worden.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Sport

"... sonst geht eher früher als später das Geld aus"

Am Mittwoch berät der Bundesrat, wie es mit den Grossveranstaltungen weiter geht. Für den Schweizer Profisport geht es um die Existenz.

Stadt und Kanton planen Finanzspritze für Olma Messen
Schweiz

Stadt und Kanton planen Finanzspritze für Olma Messen

Stadt und Kanton St. Gallen wollen die Genossenschaft Olma Messen wegen der Corona-Krise finanziell unterstützen. Geplant sind zwei Darlehen von je 8,4 Millionen Franken. Das Genossenschaftskapital soll aufgestockt werden und die Olma will sparen.

Deutscher Komiker Fips Asmussen gestorben
International

Deutscher Komiker Fips Asmussen gestorben

Der deutsche Komiker Fips Asmussen ist tot. Der gebürtige Hamburger gehörte seit den 70er Jahren zu den bekanntesten Alleinunterhaltern Deutschlands.

Bauarbeiten für erste hochalpine Solaranlage
Schweiz

Bauarbeiten für erste hochalpine Solaranlage

Auf der Albigna Staumauer schreiten die Bauarbeiten für die erste hochalpine Solaranlage voran. Über 1200 Photovoltaik-Panels werden auf rund 2100 Metern über Meer montiert. Die Photovoltaik-Anlage der EWZ soll den Jahresbedarf von 210 Haushalten abdecken.