Fruchtbares Jahr für Archäologen im Kanton Schwyz


News Redaktion
Regional / 05.11.20 16:10

Ein Kunstobjekt, ein Schwert und eine Pfahlbausiedlung: Das Jahr 2020 hat im Kanton Schwyz gleich mehrere bedeutende archäologische Funde zutage gebracht. Das Amt für Kultur hat diese am Donnerstag vorgestellt.

Bloss 8 Zentimeter lang aber rund 10500 Jahre alt ist das geheimnisvolle Kunstobjekt, dass Archäologen im August im Bisistal in der Gemeinde Muotathal entdeckten. Das Fragment aus Hirschgeweih ist mit gebohrten Grübchen in sieben regelmässigen, schräg versetzten Doppelreihen verziert.

Es fand sich unter einem überhängenden Felsen. Dort hatte das Schwyzer Amt für Kultur Sondiergrabungen machen lassen, worauf Schichten eines Jagdlager aus der frühen Mittelsteinzeit zum Vorschein kamen. Das Schwyzer Staatsarchiv spricht von einem Fund von extremer Seltenheit und internationaler Bedeutung.

Die Epoche der Mittelsteinzeit sei äusserst arm an Bildern und Verzierungen. Schweizweit sei bisher erst ein Kunstobjekt aus dieser Zeit bekannt, das aber etwa 2500 Jahre jünger ist als das Stück aus dem Muotatal. Über dessen Bedeutung und Funktion könne man nur spekulieren. Wenige Vergleichsfunde stammen aus Frankreich, Polen, Deutschland und Dänemark.

Deutlich jünger ist ein Fund, den ein Paddler im April am Zürichsee-Ufer bei Freienbach SZ meldete. Unterwasserarchäologen konnten dort ein gut erhaltenes, 1,2 Meter langes Schwert bergen, das aus der Mitte des 16. Jahrhunderts stammen dürfte. Daneben lagen weitere Objekte.

5000 Jahre zurück reicht ein dritter Fund in Immensee SZ, auf den die Archäologen bei Notgrabungen im Zuge eines Bauprojekts stiessen. Dabei handelt es sich um eine neolithische Pfahlbausiedlung, der grosses wissenschaftliches Potenzial beigemessen werde und die von europäischer Bedeutung sei.

Die Ansiedlung dürfte vermutlich eine wirtschaftliche Sonderfunktion gehabt haben als Umschlagplatz mit Anlegestelle für Rohmaterial, Halbfabrikate und Fertigprodukte von Beilen aus Grünstein, die als Statussymbole von Bedeutung waren.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Luzerner CPH plant Fusion mit Hauptaktionärin
Wirtschaft

Luzerner CPH plant Fusion mit Hauptaktionärin

Die Luzerner Papier- und Verpackungsherstellerin CPH Chemie + Papier Holding (CPH) plant die Fusion mit ihrer eigenen Hauptaktionärin Uetikon Industrieholding. Damit soll der Streubesitz der Aktien auf knapp zwei Drittel erhöht und so attraktiver für weitere Anlegerkreise werden.

5. Platz für Schweizer Staffel
Sport

5. Platz für Schweizer Staffel

Die Schweizer Männer-Staffel läuft beim Weltcup in Lahti auf den soliden 5. Platz.

Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin fordert mehr Sonntagsverkäufe
Schweiz

Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin fordert mehr Sonntagsverkäufe

Die Zürcher Regierungsrätin Carmen Walker Späh (FDP) verlangt, dass der Bund dieses Jahr mehr Sonntagsverkäufe als üblich bewilligt. Damit soll der von der Coronakrise gebeutelte Detailhandel unterstützt werden.

Madrid verschärft Corona-Massnahmen
International

Madrid verschärft Corona-Massnahmen

Die spanische Hauptstadt Madrid hat angesichts der drastisch steigenden Zahl von Corona-Infektionen die Gegenmassnahmen weiter verschärft. So beginnt die nächtliche Ausgangssperre in der Millionenmetropole ab Montag schon eine Stunde früher um 22.00 Uhr, so wie das in anderen spanischen Regionen schon seit längerem gilt.