Gänse zeigen sich eher zäh an der Gansabhauet in Sursee


News Redaktion
Regional / 11.11.22 17:37

Nach zwei Jahren Unterbrechung hat Sursee am Freitag wieder bei der traditionellen Gansabhauet mitgefiebert. Beide Gänse wurden von Schlägern aus St. Erhard LU geköpft, das Federvieh behielt sein Haupt länger als auch schon.

Nach zwei Jahren Pause baumelte am Martinstag wieder eine Gans im Städtchen Sursee. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/ALEXANDRA WEY)
Nach zwei Jahren Pause baumelte am Martinstag wieder eine Gans im Städtchen Sursee. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/ALEXANDRA WEY)

Bei dem Brauch im Luzerner Landstädtchen Sursee geht es darum, mit einem Dragonersäbel einer aufgehängten toten Gans den Hals durchzutrennen. Dies ist nicht so einfach, denn die Klinge ist stumpf, und der Schläger oder die Schlägerin mit rotem Umhang und Sonnenmasken sieht nichts.

Jeder Schläger und jede Schlägerin hat je einen Versuch. Normalerweise braucht es fünf bis 20 Hiebe, bis ein Vogel geköpft ist. In diesem Jahr fiel die erste Gans nach dem 13. Schlag, die zweite nach dem 9.

Insgesamt hatten sich 77 Männer und 10 Frauen für die Gansabhauet angemeldet. 2019, bei der letzten Durchführung, gelang erstmals einer Frau der erfolgreiche Schlag.

Dieses Jahr ging die erste Gans an Bernhard Bulakaj aus St. Erhard LU. Er hatte sich als allererster für den Wettkampf eingetragen. Die zweite Gans fiel beim Schlag von Markus Burkhard ebenfalls aus St. Erhard, der als Neunter zum Säbelstreich ansetzte.

Am 11. November waren früher Bräuche, bei der die Gans eine wichtige Rolle einnimmt, verbreitet. Es ist der Tag des Heiligen Martin von Tours, der im vierten Jahrhundert nach Christus lebte. Zur Legende wurde der bescheidene Mann, weil er seinen Mantel mit einem Bettler teilte. Auf das Bischofsamt, für das er vorgesehen war, hatte er keine Lust. Er soll sich deswegen in einem Gänsestall versteckt haben, wurde aber von dem schnatternden Federvieh verraten.

Der Hintergrund der Gansabhauet in Sursee liegt im Dunkeln. Der Brauch verschwand um 1820, wurde aber rund 40 Jahre später wieder belebt. Heute ist der Martinstag im Städtchen ein grosses Volksfest. Kinder können sich im Stangenklettern, Sackhüpfen und "Chäszänne" (Grimassenschneiden, das mit einem Stück Käse belohnt wird) bewähren. Abgeschlossen wird der Tag mit einem Räbeliechtliumzug und einem aus Wurst und Brot bestehenden Imbiss.

(sda)


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