Gemeinnützige Wohnungen: Zürcher Stadtrat ist wenig optimistisch


News Redaktion
Schweiz / 16.09.20 13:47

Das Stadtzürcher Stimmvolk entschied vor fast zehn Jahren, dass bis im Jahr 2050 jede dritte Mietwohnung gemeinnützig sein soll. Diesen Plan zu realisieren, dürfte jedoch schwierig werden. Der Stadtrat versichert aber, alle Möglichkeiten auszuschöpfen.

Bis 2050 muss ein Drittel aller Mietwohnungen in der Stadt Zürich gemeinnützig sein. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/GAETAN BALLY)
Bis 2050 muss ein Drittel aller Mietwohnungen in der Stadt Zürich gemeinnützig sein. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/GAETAN BALLY)

Seit 2011 steht in der Gemeindeordnung der Grundsatzartikel, dass preisgünstige Wohnungen und Gewerberäume erhalten werden müssen und der Anteil der gemeinnützigen Wohnungen zu Kostenmiete bis im Jahr 2050 ein Drittel der gesamten Mietwohnungen betragen soll.

Am Mittwoch publizierte der Stadtrat nun zum zweiten Mal einen Bericht darüber, wie weit die Stadt bei der Erreichung dieses Zieles ist. In der Zeit zwischen 2016 bis 2019 nahm der gesamte Wohnungsbestand in der Stadt Zürich um rund 9000 Wohnungen zu.

Davon waren rund 2400 gemeinnützig. Der Anteil der gemeinnützigen Wohnungen konnte damit gehalten werden, entspricht heute aber noch nicht einem Drittel, gemessen an der Gesamtzahl der Mietwohnungen. Bis jetzt ist die Stadt also noch nicht am Ziel.

Der Anteil gemeinnütziger Wohnungen lag Ende 2019 bei 26,4 Prozent. Das ist sogar noch weniger als vier Jahre zuvor, als der Anteil 26,5 Prozent betrug. Dies liegt daran, dass der grösste Teil der Mietwohnungen, die in diesen Jahren entstanden, eher teuer waren.

Sehr optimistisch, sein Ziel rechtzeitig zu erreichen, ist der Stadtrat nicht. Angesichts der vielen Wohnungen, die derzeit gebaut werden, aber deutlich teurer sind, sieht es der Stadtrat als unrealistisch an, den Anteil gemeinnütziger Wohnungen in den kommenden Jahren markant zu vergrössern, hielt er in einer Medienmitteilung fest.

Die Bautätigkeit der gemeinnützigen Wohnbauträgerschaften müsste in den nächsten Jahren - verglichen mit den übrigen Bauträgern - überproportional steigen. Oder der Bestand müsste mit einem intensiven Kauf von Immobilien markant erhöht werden.

Der Stadtrat verkündet jedoch, dass er alle ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ausschöpfen will, um den gemeinnützigen Wohnungsbau zu fördern. Dazu gehören unter anderem die Einrichtung eines kommunalen Wohnraumfonds, raumplanerische Massnahmen, mehr Kompetenzen für den Stadtrat beim Kauf von Land und Immobilien und die Förderung subventionierter Wohnungen für tiefe Einkommen.

(sda)


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