Gericht verurteilt Männer wegen verprügelter Frauen in Genf


News Redaktion
International / 21.05.20 01:58

Der Strafgerichtshof von Thonon-les-Bains auf der französischen Seite des Genfersees hat am Mittwoch vier Männer zu Gefängnisstrafen zwischen vier und acht Jahren verurteilt. Ein fünfter Angeklagter wurde auf freien Fuss gesetzt.

Nach der Gewalttat in Genf gingen die Menschen auf die Strasse und demonstrierten gegen Gewalt an Frauen. (FOTO: KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT)
Nach der Gewalttat in Genf gingen die Menschen auf die Strasse und demonstrierten gegen Gewalt an Frauen. (FOTO: KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT)

Die Männer hatten im Sommer 2018 in Genf fünf junge Frauen brutal zusammengeschlagen. Zwei der Frauen mussten mit schweren Kopfverletzungen ins Spital gebracht werden. Eine von ihnen erwachte erst zehn Tage nach der Attacke aus dem Koma.

Die Täter aus der Haute-Savoie waren im Alter zwischen 22 und 25 Jahren, wie die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag berichtet. Das Urteil fiel verhältnismässig milde aus, mussten die Männer doch mit Haftstrafen zwischen sieben und zwanzig Jahren rechnen.

Der Fall hatte sich am 8. August 2018 kurz nach fünf Uhr morgens am Ausgang eines Genfer Nachtlokals ereignet. Die fünf Frauen, damals zwischen 22 und 33 Jahre alt, wurden von einer Gruppe von Männern auf offener Strasse angegriffen und scheinbar ohne Grund verprügelt.

Die brutale Gewalt gegen die Frauen schockierte die ganze Schweiz. Bereits am Tag nach dem Angriff gingen in Genf rund hundert Menschen auf die Strasse, um ihrer Empörung über die Tat Ausdruck zu geben.

Am darauf folgenden Wochenende fanden auch in Lausanne, Bern, Basel und Zürich Protest-Kundgebungen von mehr als 600 Menschen statt, die ein Ende der Gewalt gegen Frauen forderten. Die Frauen der SP Schweiz forderten als Reaktion auf den brutalen Angriff Massnahmen, darunter eine Präventionskampagne Nein heisst Nein.

Die mutmasslichen Angreifer waren bereits wenige Tage nach dem Überfall als französische Staatsangehörige aus dem grenznahen Ausland identifiziert worden. Weil die mutmasslichen Täter Franzosen waren, konnten sie nicht an die Schweiz ausgeliefert werden. Die Schweiz trat das Verfahren deshalb an die französischen Strafbehörden ab.

Gut einen Monat nach der Gewalt-Attacke nahm die französische Polizei in der Haute-Savoie drei verdächtige Männer fest und setzte sie in Untersuchungshaft. Sie wurden wegen gemeinschaftlicher Gewalt und versuchter Tötung einvernommen. Zwei der Verdächtigen waren der französischen Polizei bereits bekannt gewesen.

(sda)


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