Gesundheitsministerin will für Pariser Bürgermeisteramt kandidieren


News Redaktion
International / 16.02.20 19:32

Nach dem Rückzug des Wunschkandidaten des französischen Präsidenten für die Pariser Bürgermeisterwahl, Benjamin Griveaux, ist Gesundheitsministerin Agnès Buzyn in die Bresche gesprungen.

Die französische Gesundheitsministerin Agnès Buzyn gehört der von Präsident Macron gegründeten Bewegung La République en Marche LREM an. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/AP/CHRISTOPHE ENA)
Die französische Gesundheitsministerin Agnès Buzyn gehört der von Präsident Macron gegründeten Bewegung La République en Marche LREM an. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/AP/CHRISTOPHE ENA)

Ich mache das, ich will es, sagte die 58-Jährige am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Ihr Ziel sei es zu gewinnen, fügte sie hinzu. Buzyn gehört ebenso wie Griveaux der von Präsident Emmanuel Macron gegründeten Bewegung La République en Marche (Die Republik in Bewegung, LREM) an.

Macrons früherer Regierungssprecher Griveaux hatte am Freitag nach der Veröffentlichung eines Sex-Videos überraschend seinen Verzicht auf die Kandidatur für das Bürgermeisteramt erklärt.

Das an eine Frau gerichtete Video eines masturbierenden Manns war am Mittwochabend von dem in Frankreich lebenden umstrittenen russischen Aktionskünstler Pjotr Pawlenski ins Internet gestellt worden; dieser behauptet, es handle sich um Griveaux. Allerdings ist bei den Aufnahmen nicht das Gesicht des Mannes zu sehen.

Pawlenski sagte, er habe die Scheinheiligkeit des 42-jährigen Bürgermeisterkandidaten blossstellen wollen, da dieser stets als treuer Familienvater auftrete.

Seit Griveaux Rückzug hatte die LREM intensiv nach einem Nachfolger gesucht. Zahlreiche Mitglieder und Partner der Bewegung waren dabei auch an die Gesundheitsministerin herangetreten.

Nach den Verfahrensregeln von LREM muss deren Kandidatur noch von der LREM-Kommission gebilligt werden, die für die Auswahl der Kandidaten für die Kommunalwahlen am 15. März zuständig ist. Nach der offiziellen Bestätigung ihrer Kandidatur werde sie sofort die Regierung verlassen, erklärte Buzyn.

Für Macron, der eine zweite Amtszeit nach der Präsidentschaftswahl 2022 anstrebt, bedeutete der Rückzug Griveaux eine Niederlage. Der Staatschef hatte sich gegen den Widerstand aus seiner Partei für seinen früheren Regierungssprecher eingesetzt.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Wimbledon vor dem Aus
Sport

Wimbledon vor dem Aus

Wimbledon dürfte der nächste Sport-Grossanlass sein, der dem Coronavirus zum Opfer fällt. Diese Woche wollen die Verantwortlichen entscheiden. Die Zeichen stehen auf Absage.

Nordkorea: Haben neuen
International

Nordkorea: Haben neuen "supergrossen Raketenwerfer" getestet

Nordkorea hat bei seinem Raketentest am Sonntag nach Darstellung der Militärs einen "supergrossen Mehrfach-Raketenwerfer" eingesetzt. Dieses System, das erfolgreich getestet worden sei, werde in Kürze an die Einheiten der Streitkräfte ausgeliefert.

Zürcher Kantonsrat genehmigt Corona-Hilfspaket
Schweiz

Zürcher Kantonsrat genehmigt Corona-Hilfspaket

Jetzt kann das Geld für die Zürcher Wirtschaft fliessen: Der Kantonsrat hat am Montag das Hilfspaket offiziell genehmigt, mit 137 Ja- zu 0 Nein-Stimmen bei 1 Enthaltung. Die Sitzung fand in der Messehalle statt, mit viel Abstand zwischen den Tischen und ohne Kaffeepause, damit sich niemand zu nahe kam.

ABB erwartet Umsatzrückgang im ersten Quartal wegen Coronavirus
Wirtschaft

ABB erwartet Umsatzrückgang im ersten Quartal wegen Coronavirus

Der Technologiekonzern rechnet aufgrund der Coronavirus-Pandemie mit Bremsspuren im Ergebnis für das erste Quartal. Für das Gesamtjahr 2020 macht die Gesellschaft keinen Ausblick mehr. Wegen der Krise verzichten VR und Konzernleitung auf 10 Prozent ihrer Vergütungen.