Gesundheitspersonal kämpft für bessere Arbeitsbedingungen


News Redaktion
Schweiz / 26.10.20 15:50

Mit einer Kundgebung vor einem Spital in Neuenburg hat am Montag eine landesweite Protestwoche des Gesundheitspersonals begonnen. Die Beschäftigten im Gesundheitswesen kämpfen für bessere Arbeitsbedingungen und fordern eine Corona-Prämie sowie Lohnerhöhungen.

Wegen der Corona-Pandemie fiel der Protest in Neuenburg zahlenmässig bescheiden aus. Nur 25 Personen, 10 Angestellte und 15 Gewerkschafter, beteiligten sich an der Aktion. (FOTO: Keystone/LAURENT GILLIERON)
Wegen der Corona-Pandemie fiel der Protest in Neuenburg zahlenmässig bescheiden aus. Nur 25 Personen, 10 Angestellte und 15 Gewerkschafter, beteiligten sich an der Aktion. (FOTO: Keystone/LAURENT GILLIERON)

Wegen der Corona-Pandemie fiel der Protest in Neuenburg zahlenmässig bescheiden aus. Nach Angaben eines Fotografen von Keystone-SDA vor Ort beteiligten sich nur 25 Personen an der Aktion. 10 davon waren Angestellte, 15 waren Gewerkschafter und alle trugen Schutzmasken. Nach Angaben der Gewerkschaften war es dem Pflegepersonal nicht erlaubt, sich an der Demonstration zu beteiligen.

Gleichentags war im Kanton Neuenburg wegen der Coronavirus-Pandemie ein Verbot von Versammlungen von mehr als zehn Personen im öffentlichen und privaten Bereich in Kraft getreten, wie de Neuenburger Sektion der Gewerkschaft VPOD mitteilte. Die Gewerkschaften beschlossen jedoch, an der Kundgebung vor dem Spital festzuhalten - unter Einhaltung der geforderten Schutzmassnahmen.

Zur Protestwoche aufgerufen hat das vom Schweizerischen Verband des Personals öffentlicher Dienste (VPOD), der Gewerkschaft Syna und vom Schweizerischen Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK) gegründete Bündnis Gesundheit.

An einer Medienkonferenz kritisierten Gewerkschaftsvertreter die mangelnde Wertschätzung gegenüber denjenigen, die an vorderster Front gegen die Coronavirus-Pandemie kämpfen. Politische Behörden und Arbeitgeber müssten den Beschäftigten im Gesundheitswesen den grösstmöglichen Schutz bieten, anstatt ihre Rechte zu unterdrücken.

Zu Beginn dieser Winterperiode würden fast alle Gesundheitseinrichtungen von erschöpften und erkrankten Mitarbeitenden berichten. Deshalb dürfen die gesetzlichen Bestimmungen über die Arbeits- und Ruhezeiten nicht wieder ausgesetzt werden, fordert das Bündnis Gesundheit.

Mehrere Forderungen stehen im Mittelpunkt der Protestwoche: Eine Corona-Prämie in der Höhe eines Monatslohns und endlich eine Lohnerhöhung. Mehr Rechte am Arbeitsplatz, mehr Mitsprache und besseren Schutz dank Gesamtarbeitsverträgen.

Die Aktion in Neuenburg bildete den Auftakt einer ganzen Protestwoche in verschiedenen Regionen der Schweiz. Weitere Kundgebungen finden unter strikter Einhaltung der Schutzmassnahmen am Dienstag in Genf, Basel und Luzern, am Mittwoch in Lausanne, Frauenfeld und Aarau, am Donnerstag in Freiburg, Zürich, St. Gallen und in der Zentralschweiz statt. Abgeschlossen wird die Protestwoche mit einer Kundgebung auf dem Bundesplatz am Samstag in Bern.

Seit der Gründung Ende August durch VPOD, Syna und SBK sind dem von Bündnis Gesundheit ein Dutzend weitere Verbände und andere Gewerkschaften beigetreten, darunter der Schweizerische Gewerkschaftsbund, Unia und Travail Suisse.

(sda)


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