Gewerkschaften fordern kantonale Mindestlöhne für die Ostschweiz


News Redaktion
Schweiz / 25.11.21 15:17

In den Ostschweizer Kantonen sollen kantonale Mindestlöhne eingeführt werden. Dies forderten am Donnerstag Vertreterinnen und Vertreter der Gewerkschaftsbünde von St. Gallen, Thurgau und Appenzell Ausserrhoden.

Tieflöhne kommen unter anderem in der Gastrobranche vor. In den Ostschweizer Kantonen sollen bald Mindestlöhne festgelegt werden, fordern die Gewerkschaften. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE)
Tieflöhne kommen unter anderem in der Gastrobranche vor. In den Ostschweizer Kantonen sollen bald Mindestlöhne festgelegt werden, fordern die Gewerkschaften. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE)

In den Kantonen Neuenburg, Jura, Genf, Tessin und Basel-Stadt gebe es bereits einen gesetzlichen Mindestlohn. In der Ostschweiz seien aber bisher verschiedene Bemühungen abgeblockt worden.

Deshalb hätten sich nun die drei Gewerkschaftsbünde zu einem gemeinsamen und koordinierten Vorgehen entschlossen, kündigte Barbara Gysi, SP-Nationalrätin und Präsidentin des kantonalen Gewerkschaftsbunds St. Gallen an.

Tieflöhne brächten Einzelpersonen und Familien an den Rand der Existenz. Sie müssten sich jeden Monat die Frage stellen, wie die laufenden Kosten gedeckt werden könnten. Tieflöhne führten auch zu einer Belastung des Staates, weil viele Betroffene auf Unterstützung angewiesen seien.

Bettina Surber, Vizepräsidentin des Gewerkschaftsbunds St. Gallen und SP-Kantonsrätin, wird einen Vorstoss mit Fragen an die St. Galler Regierung einreichen. Diese soll unter anderem ausführen, wie viele Personen im Kanton für ein Vollzeitpensum weniger als 4000 Franken verdienen.

Bisher hätte die politischen Organe des Thurgaus einen Mindestlohn immer abgelehnt, wird in der Mitteilung Lukas Auer, Präsident des Thurgauer Gewerkschaftsbundes, zitiert. Nun soll mit einem neuen Anlauf aufgezeigt werden, dass es sich dabei um ein Bedürfnis der arbeitenden Bevölkerung und nicht um eine Sozialspinnerei handle.

Die Wirtschaft in der Ostschweiz brumme und trotzdem gebe es viele Arbeitnehmende mit prekären Anstellungsbedingungen und Löhnen, die nicht zum Leben reichten, hiess es vom Gewerkschaftsbund Appenzell Ausserrhoden.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Nationalrat will Rückkehr zu kostenlosen Corona-Tests
Schweiz

Nationalrat will Rückkehr zu kostenlosen Corona-Tests

National- und Ständerat diskutieren erneut über Änderungen im Covid-19-Gesetz. Dieses Mal geht es um die Verlängerung bestehender Massnahmen. Allerdings hat der Nationalrat am Donnerstag auch materielle Anpassungen beschlossen. So sollen Tests wieder kostenlos sein.

Bundesrat will mehrere dezentrale Schneesportzentren etablieren
Schweiz

Bundesrat will mehrere dezentrale Schneesportzentren etablieren

Anstelle eines nationalen Schneesportzentrums sollen künftig mehrere regionale Wintersportzentren aufgebaut werden. Das hat der Bundesrat am Freitag entschieden. 2016 hatte der Bundesrat das Projekt eines nationalen Schneesportzentrums auf der Lenzerheide GR sistiert.

Vaduz mit drei Punkten Vorsprung Leader
Sport

Vaduz mit drei Punkten Vorsprung Leader

In der 16. Runde der Challenge League erledigt der FC Vaduz die Pflichtaufgabe beim abgehängten Schlusslicht Kriens mit einem 3:1-Sieg.

Macron verteidigt Saudi-Arabien-Reise gegen Kritik
International

Macron verteidigt Saudi-Arabien-Reise gegen Kritik

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat vor einer Saudi-Arabien-Reise und einem Treffen mit Kronprinz Mohammed bin Salman den Vorwurf zurückgewiesen, das Land nach der Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi damit wieder salonfähig zu machen.