Gewinnsprung von ABB im dritten Quartal dank Sondereffekten


News Redaktion
Wirtschaft / 23.10.20 07:13

Der Industriekonzern ABB hat im dritten Quartal 2020 weniger umgesetzt und auf operativer Ebene auch weniger verdient. Der Reingewinn stieg dank der Verbuchung des Erlöses aus dem Verkauf der Stromnetzsparte dagegen massiv.

Der Konzern erzielte im dritten Quartal einen höheren Gewinn dank des Verkaufs der Stromnetzsparte: Gebäude von ABB in Zürich Oerlikon, aufgenommen im Juni 2018. (FOTO: KEYSTONE/MELANIE DUCHENE)
Der Konzern erzielte im dritten Quartal einen höheren Gewinn dank des Verkaufs der Stromnetzsparte: Gebäude von ABB in Zürich Oerlikon, aufgenommen im Juni 2018. (FOTO: KEYSTONE/MELANIE DUCHENE)

Der Umsatz ging in US-Dollar um 4 Prozent auf 6,58 Milliarden US-Dollar zurück. Rechnet man die Konsolidierungs- und die Währungseffekte heraus, ergab sich organisch ebenfalls ein Minus von 4 Prozent, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Das Tempo des Abschwungs hat sich damit verlangsamt, denn im zweiten Quartal resultierte auf bereinigter Basis ein Umsatzminus von 10 Prozent.

Ähnlich sieht die Situation mit Blick auf den Auftragseingang aus. Dieser lag mit 6,11 Milliarden organisch gesehen um 8 Prozent unter dem Vorjahresquartal, im zweiten Quartal waren es noch -14 Prozent.

Die Corona-Pandemie habe auch im dritten Quartal den Umsatz in allen Geschäftsbereichen beeinträchtigt, liess sich CEO Björn Rosengren in der Mitteilung zitieren. Gleichzeitig sei die zugrunde liegende Performance jedoch stark ausgefallen. Dazu hätten die kräftige Erholung in China und die laufenden Massnahmen zur Kostensenkung beigetragen.

In diesem Umfeld reduzierte sich auch der Betriebsgewinn (EBITA) um 2 Prozent auf 787 Millionen US-Dollar, wobei die entsprechende Marge um 30 Basispunkte auf 12,0 Prozent gesteigert werden konnte.

Ein ganz anderes Bild zeigte sich beim Reingewinn. Dieser hat sich auf 4,53 Milliarden beinahe verachtfacht. Allerdings spielen hier Sondereffekte mit. Hier ist der Gewinn der nicht fortgeführten Aktivitäten in Höhe von 5,0 Milliarden US-Dollar enthalten. Dieser umfasst einen Vorsteuerbuchgewinn von 5,3 Milliarden aus dem Power Grids-Verkauf sowie den Ertragssteueraufwand im Zusammenhang mit der Veräusserung. Hinzu kommen nicht operative Pensionsaufwendungen in Höhe von 343 Millionen US-Dollar.

ABB hatte den Verkauf von rund 80 Prozent seiner Stromnetzsparte an Hitachi im Dezember 2018 angekündigt, Mitte 2020 wurde er vollzogen.

Im Vergleich mit den Prognosen hat sich ABB mehrheitlich besser geschlagen als erwartet. Der AWP-Konsens für den Umsatz lag bei 6,24 Milliarden, für den Auftragseingang bei 6,06 Milliarden und für den EBITA bei 675 Millionen.

Für das vierte Quartal rechnet ABB damit, dass die Auftrags- und Umsatzwachstumsraten gegenüber der Vorjahresperiode schwierig bleiben und dass die Umsatzwachstumsrate sequentiell abnimmt. Die operativen Margen dürften gegenüber der Vorjahresperiode dagegen voraussichtlich wachsen.

(sda)


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