Gian Gilli: "Wir wollen die verkauften WM-Tickets zurückerstatten"


News Redaktion
Sport / 21.03.20 18:17

Gian Gilli (62) äussert sich als CEO des Organisationskomitees zur Absage der Eishockey-WM in der Schweiz. Für ihn geht es nun darum, den Schaden zu minimieren.

Gian Gilli, Chef der Eishockey-WM in der Schweiz, hofft dass das Turnier 2021 in Zürich und Lausanne stattfinden wird. Gilli:
Gian Gilli, Chef der Eishockey-WM in der Schweiz, hofft dass das Turnier 2021 in Zürich und Lausanne stattfinden wird. Gilli: "Wir wären dafür bereit." (FOTO: KEYSTONE/MELANIE DUCHENE)

Die WM kann nicht stattfinden. Ihre Reaktion?

Gian Gilli: Es ist himmeltraurig. Aber wir sahen diese Entwicklung in den letzten Tagen natürlich kommen. Und wir sind froh, dass wir nach Wochen der Unklarheit nun Gewissheit haben. Natürlich ist das Organisationskomitee traurig und enttäuscht. Schliesslich haben wir vier Jahre lang auf die WM hingearbeitet, viel Energie und Leidenschaft hineingesteckt. Wir wären bereit gewesen für das Fest.

Sie sind versichert?

Die IIHF schloss eine Ausfallversicherung ab, die auf unser Budget ausgerichtet ist. In den nächsten Wochen geht es darum, mit den Partnern und den Versicherungen zusammen zu sitzen. Wir müssen den Schaden so gering wie möglich halten, damit wir die verkauften Tickets zurückzahlen können.

Wieviele Tickets wurden abgesetzt?

300000 im Wert von rund 24 Millionen Franken - obwohl der Vorverkauf zuletzt wegen des Coronavirus zum Erliegen gekommen ist. Noch nicht alle Reservierungen wurden auch bezahlt.

Die Tickets werden zurückerstattet?

Das ist das Ziel. Wir gehen davon aus, dass das möglich sein wird. Die Rahmenbedingungen müssen jedoch geklärt werden. Das braucht Zeit, wir bitten die Ticket-Halter um Geduld. Wie gesagt: In die Organisation einer WM sind wahnsinnig viele Partner involviert. Es gilt nun, viele Gespräche zu führen. Wir müssen den ganzen Weg der letzten vier Jahre wieder zurückgehen. So etwas habe ich noch nie erlebt. Allerdings: Wenn wir auf die Weltlage schauen, relativiert sich alles gleich wieder.

Es bleibt die Hoffnung, dass die WM in der Schweiz einfach um ein Jahr verschoben wird und 2021 in Zürich und Lausanne stattfindet.

Das wäre sicher unser Wunsch-Szenario. Aber diese Diskussionen beginnen jetzt erst. Und ich bin nicht in der Lage, eine Temperaturmeldung dazu abzugeben. Wir können als Organisatoren nur eine Neuansetzung für 2021 beantragen. Der Entscheid liegt danach beim Weltverband.

(sda)


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