Glarner Verwaltungsgericht stoppt Ausbau der Beschneiung in Elm


News Redaktion
Regional / 29.06.21 15:27

Im Skigebiet von Elm können die Beschneiungsanlagen vorerst nicht ausgebaut werden. Das Glarner Verwaltungsgericht hat eine Beschwerde von sechs Umweltverbänden gegen das Projekt "Futuro" gutgeheissen. Geplant sind bis zu 130 neue Schneeaggregate.

Neue Beschneiungsanlagen sollen im Skigebiet Elm GL die Weiterexistenz der Bahnen sichern. Nun hat das Glarner Verwaltungsgericht einen Ausbau der Beschneiungsanlagen vorerst gestoppt (Archivbild). (FOTO: KEYSTONE/STEFFEN SCHMIDT)
Neue Beschneiungsanlagen sollen im Skigebiet Elm GL die Weiterexistenz der Bahnen sichern. Nun hat das Glarner Verwaltungsgericht einen Ausbau der Beschneiungsanlagen vorerst gestoppt (Archivbild). (FOTO: KEYSTONE/STEFFEN SCHMIDT)

Wegen der Auswirkungen auf die Umwelt und die Raumplanung brauche es für das umfangreiche Projekt eine Sondernutzungsplanung, begründete das Verwaltungsgericht in einer Mitteilung vom Dienstag seinen Entscheid vom 24. Juni. Die Baubewilligung für Futuro, die von der Gemeinde Elm im März 2020 erteilt wurde, ist damit aufgehoben.

In einer Sondernutzungsplanung seien alle aus dem Bauvorhaben resultierenden Auswirkungen zu erfassen und gegeneinander abzuwägen. Dies müsse unter Mitwirkung der Bevölkerung geschehen.

Das kantonale Departement Bau und Umwelt hatte den Ausbau der Beschneiungsanlagen mit einer Ausnahmebewilligung für Bauten ausserhalb der Bauzone bewilligt und auf ein Planverfahren für die Sondernutzung verzichtet. Dies ist laut dem Urteil des Verwaltungsgericht nicht zulässig.

Mit dem Bauvorhaben seien umfangreiche Geländeeingriffe und Grabarbeiten in der Natur verbunden, schreibt das Gericht. Dies tangiere den Sernf (Nebenfluss der Linth), die gesamte Landschaft und die im Gebiet lebenden Tiere. Zudem liegen das Skigebiet Elm und ein grosser Teil des Vorhabens Futuro im Jagdbanngebiet Kärpf.

Dem stehe die geplanten Intensivierung der Beschneiung entgegen, heisst es. Davon scheine auch der Regierungsrat auszugehen. Dieser bemühe sich, in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt (Bafu) das Skigebiet Elm aus dem Jagdbanngebiet zu entlassen und dies durch Ersatzflächen zu kompensieren.

Futuro umfasst den Bau von 150 neuen Beschneiungsschächten, an die 110 bis 130 Beschneiungsaggregate angeschlossen werden sollen. Das nötige Wasser soll am Sernf gefasst und über 9,5 km Leitungen ins Skigebiet gepumpt werden. Geplant sind neben der Wasserfassung mehrere Pumpstationen im Skigebiet.

Zudem sollen 3000 Quadratmeter Wald gerodet und 19 Kilometer Skipisten verändert werden. Die geplante grossflächige Beschneiung soll die Weiterexistenz der Sportbahnen Elm AG sichern. Sechs Umweltverbände wehrten sich gegen das Projekt und legten bei der Regierung Beschwerde gegen die Baubewilligung ein. Diese überwies die Sache ans Verwaltungsgericht.

Das Urteil des Verwaltungsgerichts ist noch nicht rechtskräftig. Es könnte noch ans Bundesgericht weitergezogen werden.

(sda)


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