Glarnerland Wirtschaft meistert Corona-Pandemie mehrheitlich gut


News Redaktion
Regional / 01.04.21 16:25

Vertreter der Glarner Wirtschaft und Politik schätzen die wirtschaftliche Lage im Kanton Glarus angesichts der Corona-Pandemie insgesamt positiv ein. In einigen Branchen beobachtet die Task Force Wirtschaft aber eine Zuspitzung der Situation.

Dem Glarner Baugewerbe geht es trotz Corona-Pandemie gut, ebenso wie der Industrie und den Banken. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/GAETAN BALLY)
Dem Glarner Baugewerbe geht es trotz Corona-Pandemie gut, ebenso wie der Industrie und den Banken. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/GAETAN BALLY)

Betriebe, welche schon vor der Pandemie Probleme gehabt hätten, dürften aus dem Markt ausscheiden, teilte die Task Force am Donnerstag mit. Eine Konkurswelle habe im ersten Pandemiejahr aber nicht stattgefunden. Die Anzahl Konkurse blieb gegenüber 2019 praktisch unverändert.

Der Task Force Wirtschaft gehören neben Vertretern von Wirtschaft und Arbeitnehmerschaft auch Mitglieder der Kantonsregierung an. Sie wird von Marianne Lienhard (SVP) geleitet, der Vorsteherin des Departements Volkswirtschaft und Inneres. Die Aufgabe des Gremiums ist die Bekämpfung der Pandemiefolgen für die Wirtschaft.

Als gut mit einem positiven Ausblick schätzt die Task Force die Situation ein für die Banken, das Baugewerbe und die Industrie. Im Gewerbe sind die verschiedenen Branchen unterschiedlich von den Auswirkungen der Pandemie betroffen.

Im Handel wiederum leiden einzelne Betriebe sehr, während andere sich schneller erholten, als von der Task Force erwartet. Als kritisch mit düsterem Ausblick wird die Situation der Reisebürobranche beurteilt.

Die Arbeitslosigkeit und die Kurzarbeit verharren auf einem stabilen Niveau. Die Arbeitslosigkeit im Kanton liegt bei 2,5 Prozent. Stellensuchende, die während der Pandemiezeit arbeitslos werden, bekommen zusätzliche Taggelder und werden damit später ausgesteuert.

Zwischen März 2020 und März 2021 wurden etwa 1800 Gesuche für Kurzarbeitsentschädigungen bewilligt für insgesamt 16000 Personen. Im laufenden Jahr gab es bis anhin 460 Gesuche mit 3800 Mitarbeitenden, die potenziell betroffen sind. Die Task Force Wirtschaft geht davon aus, dass die Kurzarbeit noch länger andauern wird.

Eine Härtefallunterstützung für Unternehmen in Not wurde bisher 168 Mal beantragt. 22 Anträge wurden abgelehnt, elf sind noch offen, alle anderen sind bearbeitet und abgeschlossen. Damit sei der Kanton Glarus einer der schnellsten Kantone bei der Umsetzung der Härtefallhilfen, meint dazu die Task Force.

Vom kantonalen Fonds für Härtefälle von 21,5 Millionen Franken wurden bis dato 6,7 Millionen Franken gesprochen. Eine Nachzahlung ist für besonders betroffene Firmen geplant. Die Nachzahlung basiert auf den Verlusten, die nach Auszahlung der Entschädigungen noch bestehen. Für einen Grossteil der Betroffenen sollen sich die Entschädigungen damit verdoppeln.

Nachdem der Bund seine Härtefallgelder per Ende März auf 10 Milliarden Franken verdoppelt hat, wird Ende Juni der Glarner Landrat über eine Erhöhung des kantonalen Härtefallfonds von heute 21,5 Millionen auf 43 Millionen Franken beraten.

Die Nettobelastung für den Kanton würde sich dabei von 4,9 auf maximal 7,74 Millionen Franken erhöhen. Dabei geht es um A-fonds-perdu-Beträge, nicht um Kredite.

(sda)


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