Glarus erfolgreich bei der beruflichen Integration von Flüchtlingen


Roman Spirig
Regional / 14.09.20 14:35

Der Kanton Glarus weist bei den vorläufig Aufgenommenen und Flüchtlingen die schweizweit höchste Erwerbsquote auf. Mehr als die Hälfte der Personen sind in das Erwerbsleben integriert.

Glarus erfolgreich bei der beruflichen Integration von Flüchtlingen (Foto: KEYSTONE /  / )
Glarus erfolgreich bei der beruflichen Integration von Flüchtlingen

Die Erwerbsquote der vorläufig aufgenommenen Personen und der Flüchtlinge beträgt im Kanton Glarus 57 Prozent, bei einem gesamtschweizerischen Durchschnitt von 36,5 Prozent, wie die Glarner Behörden am Montag mitteilten. Damit weise Glarus die schweizweit höchste Erwerbsquote auf.

Bei den vorläufig Aufgenommenen betrug die kantonale Erwerbsquote 55,2 Prozent, bei einem schweizerischen Schnitt von 43,4 Prozent. Eine erfolgreiche Integration setze neben motivierten Flüchtlingen aufgeschlossene Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber voraus, schrieben die Behörden. Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene benötigten für ihre berufliche Eingliederung eine Begleitung und berufspraktische Unterstützung.

Im Sommer 2020 schlossen 18 junge Frauen und Männer die Integrationsvorlehre Invol in der gewerblich-industriellen Berufsfachschule in Ziegelbrücke erfolgreich ab. 15 Absolventen davon starteten im August mit einer regulären Berufsausbildung.

Aktuell absolvieren 44 Jugendliche und junge Erwachsene aus dem Flüchtlingsbereich eine Berufslehre, und es beginnen 19 junge Erwachsene eine Integrationsvorlehre. Insgesamt sind 63 Personen aus dem Flüchtlingsbereich in einer Lehre oder Vorlehre.

Die Integrationsvorlehre Invol bereitet anerkannte Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Personen auf den Einstieg in eine berufliche Grundbildung vor. Das vorerst auf vier Jahre ausgelegte Pilotprojekt startete 2018 und konnte auf den Erfahrungen des kantonalen Berufseinführungsprogramms für Flüchtlinge aufbauen.

Aufgrund der erzielten Resultate wurde die Invol im Frühling 2019 vom Bundesrat um weitere zwei Jahre bis ins Ausbildungsjahr 2023/24 verlängert. Im Kanton Glarus liegt die Verantwortung für dieses Projekt bei der Berufsbildung.

(sda)


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