Gleich vier Führungsleute verlassen das Medienprojekt "Republik"


Roman Spirig
Schweiz / 05.10.18 16:11

Gleich vier Leitungsmitglieder verlassen das Medienprojekt "Republik": Vom ursprünglichen Gründerteam sind künftig noch Constantin Seibt, Christof Moser und Clara Vuillemin an Bord. In ihrem ersten Jahr schrieb die "Republik" einen Verlust von 2,8 Millionen Franken.

Gleich vier Führungsleute verlassen das Medienprojekt Republik  (Foto: KEYSTONE / CHRISTIAN BEUTLER)
Gleich vier Führungsleute verlassen das Medienprojekt Republik (Foto: KEYSTONE / CHRISTIAN BEUTLER)

Per Ende Oktober werden sich Geschäftsführerin Susanne Sugimoto, Verwaltungsratspräsident Laurent Burst, Genossenschaftspräsidentin Nadja Schnetzler sowie Finanzchef François Zosso von der "Republik" verabschieden.

Dies habe simple Gründe, schreibt die "Republik" in ihrem Newsletter vom Freitag, der zusammen mit ihrem ersten Jahresbericht verschickt wurde. Die Herkulesaufgabe des Aufbaus sei mittlerweile erledigt. Jetzt brauche es einen Generationenwechsel. Kurz: Weniger Gründerzeitromantik und weniger Pioniergeist, dafür mehr Tagesgeschäft und bessere Organisation.

Finanziell lief es der "Republik" im ersten Jahr wie erwartet: Sie schrieb ein Minus. Der Konzernverlust beträgt gemäss Geschäftsbericht 2,85 Millionen Franken.

Grösster Ausgabenposten war mit 3,5 Millionen Franken der Personalaufwand. "Journalismus ist ärgerlicherweise ein personalintensives Business", heisst es dazu im Geschäftsbericht.

Das konsolidierte Eigenkapital am Ende des Geschäftsjahres beläuft sich auf 1,8 Millionen Franken. Mit den vorhandene Mitteln ist der Betrieb noch bis im Januar gesichert.

Dann folgt die eigentliche Klippe: Die 14'000 Mitgliedschaften aus dem Crowdfunding und die 3000 bis zum Start müssen erneuert werden. Der Erfahrungswert bei vergleichbaren Projekten sei eine Erneuerungsrate von 50 Prozent.

Die "Republik" hat sich zum Ziel gesetzt, 66 Prozent - also zwei von drei Mitgliedschaften - zu halten. "Sinken wir unter 50 Prozent, werden wir bluten, weil wir unsere Kosten senken müssen."

In ihrem ersten Jahr veröffentlichte die "Republik" insgesamt 435 Artikel mit einem Umfang von insgesamt rund 4,5 Millionen Zeichen. Was die Mitgliederstruktur betrifft, ist die "Republik" klar Zürich-orientiert: Fast die Hälfte der Unterstützerinnen und Unterstützer wohnt im Kanton Zürich.

Mit rund 18 Prozent am zweithäufigsten vertreten sind die Abonnenten aus dem Mittelland, an dritter Stelle folgen mit rund 14 Prozent jene aus der Nordwestschweiz.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Mit 120 km/h durch Ebikon gedonnert - Polizei nimmt Raser fest
Regional

Mit 120 km/h durch Ebikon gedonnert - Polizei nimmt Raser fest

Die Luzerner Polizei hat am frühen Sonntagmorgen in Ebikon einen Raser gestoppt, der mit 120 km/h über die Luzernerstrasse donnerte. Erlaubt gewesen wären 50 km/h. Die Polizisten nahmen den 25-Jährigen fest, entzogen ihm den Führerausweis und stellten sein Auto sicher, wie die Staatsanwaltschaft am Montag mitteilte.

Zwei Bundesräte werben für die AHV-Steuervorlage
Schweiz

Zwei Bundesräte werben für die AHV-Steuervorlage

Abschaffung der Steuerprivilegien für Statusgesellschaften, neue Erleichterungen für alle Firmen und 2 Milliarden Franken für die AHV: Für die AHV-Steuervorlage (STAF), die am 19. Mai an die Urne kommt, haben am Montag gleich zwei Bundesräte die Werbetrommel gerührt.

Bahnstrecke bei Basel blieb nach Entgleisung auch am Montag zu
Schweiz

Bahnstrecke bei Basel blieb nach Entgleisung auch am Montag zu

Nach der Entgleisung eines Intercity-Zuges (ICE) bei Basel am Sonntagabend bleibt die Bahnstrecke zwischen der Schweiz und Deutschland vorerst unterbrochen. Die Sperrung könnte laut einer von der Deutschen Bahn (DB) verbreiteten Prognose bis Dienstagabend dauern.

FC Luzern trennt sich von Trainer René Weiler
Sport

FC Luzern trennt sich von Trainer René Weiler

Der FC Luzern hat auf den schwachen Start in die Rückrunde der Super League mit drei Niederlagen reagiert. 24 Stunden nach dem 0:3 zuhause gegen Lugano stellten die Zentralschweizer am Sonntagabend ihren Trainer René Weiler wegen unterschiedlicher Auffassungen frei.