Golfländer: Gefangenenaustausch zwischen USA und Russland vermittelt


News Redaktion
International / 08.12.22 20:33

Den aufsehenerregenden Gefangenenaustausch zwischen Russland und den USA haben eigenen Angaben zufolge Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate ermöglicht. Der Deal sei unter Leitung des emiratischen Präsidenten Mohammed bin Sajid Al Nahjan sowie des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman vermittelt worden, teilten die Aussenministerien beider Länder am Donnerstag mit.

ARCHIV - Brittney Griner ist frei. Foto: Evgenia Novozhenina/Pool Reuters/AP/dpa (FOTO: Keystone/Pool Reuters/AP/Evgenia Novozhenina)
ARCHIV - Brittney Griner ist frei. Foto: Evgenia Novozhenina/Pool Reuters/AP/dpa (FOTO: Keystone/Pool Reuters/AP/Evgenia Novozhenina)

Vertreter der US-Regierung hatten sich am Donnerstag mehrfach bei den Vereinigten Arabischen Emiraten für ihre Hilfe bei dem Austausch bedankt, blieben aber gegenüber Riad zurückhaltend. Man danke einer Reihe von Ländern, darunter auch Saudi-Arabien, dass diese den Fall Griners gegenüber dem Kreml angesprochen hatten, sagte Präsidenten-Sprecherin Karine Jean-Pierre. Verhandelt hätten aber aber lediglich die USA und Russland.

US-Präsident Joe Biden war wegen seines Besuchs in dem ultrakonservativen Königreich Saudi-Arabien im Sommer in die Kritik geraten. Mohammed bin Salman gilt als Drahtzieher hinter dem Mord an dem Journalisten Jamal Khashoggi 2018, der in den USA lebte.

Die in Russland zu neun Jahren Haft verurteilte US-Basketballerin Brittney Griner und der in den USA inhaftierte russische Waffenhändler Viktor But wurden im Zuge der Vermittlung freigelassen und sollen auf dem Weg in ihre Heimatländer sein. Der Gefangenenaustausch sei dank der engen Freundschaft beider Golfstaaten zu sowohl Russland als auch den USA erfolgreich gewesen, hiess es in der Erklärung weiter. Die USA dürften das Verhältnis zum eigentlich langjährigen Partner Saudi-Arabien derzeit allerdings als weniger eng betrachten.

Neben der Tötung Khashoggis ist Washington auch über die Drosselung der Ölförderung verärgert, die die von Saudi-Arabien angeführten Opec-Länder bestimmt haben. Biden hatte zuvor - auch im Interesse der Weltwirtschaft - für eine Ausweitung der Ölförderung geworben. Die US-Regierung kritisierte die Entscheidung scharf und wertete sie als Unterstützung für den russischen Angriffskrieg in der Ukraine.

Saudi-Arabien sendet seitdem Zeichen der Entspannung im Streit mit den USA. Riad ist auf die amerikanischen Sicherheitsgarantien in der Region angewiesen, in der Saudi-Arabien mit Erzfeind Iran um die Vormacht ringt. Zugleich sucht das Königreich aber auch öffentlichkeitswirksam nach neuen Partnern, wie etwa China, dessen Staatschef Xi Jinping derzeit das Land besucht.

In einem von den USA heftig kritisierten Verfahren hatte ein russisches Gericht Griner im August wegen Drogenbesitzes zu neun Jahren Lagerhaft verurteilt. Der russische Staatsbürger Viktor But war in den USA 2012 zu 25 Jahren Haft verurteilt worden. Er soll verbrecherische Regime und Rebellen in zahlreichen Ländern illegal mit Waffen ausgerüstet haben.

(sda)


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