Grossbrände im US-Westen toben weiter - Feuer bedroht Observatorium


News Redaktion
International / 16.09.20 05:38

Ein Waldbrand in Südkalifornien bedroht das historische Mount-Wilson-Observatorium nahe Los Angeles. Nach Angaben der Feuerwehr frassen sich die Flammen des sogenannten Bobcat-Feuers am Dienstag bis auf mehrere Hundert Meter an das historische Gebäude heran. Mit einem massiven Löscheinsatz am Boden und aus der Luft gingen Einsatzteams gegen die Flammen vor. Die Belegschaft des 116 Jahre alten Observatoriums hat die Anlage vorsichtshalber geräumt.

Feuerwehrmänner sind im Einsatz, um den Brand im Norden des Waldgebietes «Plumas National Forest» im Bundesstaat Kalifornien einzudämmen. Foto: Noah Berger/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/Noah Berger)
Feuerwehrmänner sind im Einsatz, um den Brand im Norden des Waldgebietes «Plumas National Forest» im Bundesstaat Kalifornien einzudämmen. Foto: Noah Berger/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/Noah Berger)

Mehr als 16 600 Feuerwehrleute kämpften am Dienstag in Kalifornien gegen 25 grössere Feuer an, wie die Behörde CAL Fire mitteilte. Auch im nördlich gelegenen Nachbarstaat Oregon tobten mehr als zwei Dutzend Brände. Nach Mitteilung des Weissen Hauses sagte US-Präsident Donald Trump dem schwer betroffenen Staat am Dienstag Katastrophenhilfe zu. Bürger, deren Häuser zerstört wurden, sollen damit über die Katastrophenschutzbehörde (Fema) Soforthilfe erhalten.

Die verheerende Waldbrände im Westen der USA haben in den vergangenen Wochen riesige Flächen Land zerstört, ganze Ortschaften brannten ab, 35 Menschen starben. Ein Anstieg der Opferzahlen wird befürchtet.

Trump hatte sich am Montag bei einem Besuch in Kalifornien mit Einsatzkräften und Vertretern der Regierung getroffen. Dabei gab der Republikaner erneut dem aus seiner Sicht schlechten Forstmanagement die Schuld an den heftigen Bränden. Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom verwies auf die drastischen Folgen des Klimawandels, Trump spielte dies wie schon zuvor hinunter. Wissenschaftler sehen es als erwiesen an, dass die Klimakrise Wetterextreme wie Trockenheit und Hitze verschärft.

Die Kandidatin der US-Demokraten für die Vizepräsidentschaft, Kamala Harris, machte sich zusammen mit Newsom am Dienstag ein Bild von der Zerstörung durch das Creek-Feuer in der Sierra Nevada. Die politische Führung müsse den Klimawandel ernst nehmen und alles tun, um derartige Schäden abzuschwächen, betonte die Senatorin aus Kalifornien.

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden hatte Trump am Montag als Klima-Brandstifter bezeichnet. Obwohl der Westen im wahrsten Sinne des Wortes in Flammen steht, verleugne Trump weiter den Klimawandel, erklärte Biden.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Fall Breonna Taylor: Polizisten bei Protesten in den USA angeschossen
International

Fall Breonna Taylor: Polizisten bei Protesten in den USA angeschossen

Bei Protesten gegen eine umstrittene Justizentscheidung nach dem Tod der schwarzen Amerikanerin Breonna Taylor sind in Louisville zwei Polizisten angeschossen worden. Die Verletzungen seien nicht lebensgefährlich, sagte der amtierende Polizeichef Robert Schroeder am späten Mittwochabend (Ortszeit) vor Journalisten in der Stadt im US-Bundesstaat Kentucky. Ein Verdächtiger sei festgenommen worden. Die beiden verletzten Polizisten würden im Krankenhaus behandelt.

Luzerner Komitee fordert mutigere Politik statt neuen Namen für CVP
Regional

Luzerner Komitee fordert mutigere Politik statt neuen Namen für CVP

Ein Luzerner Komitee hält nichts von der Idee, den Parteinamen der CVP Schweiz durch "die Mitte" zu ersetzen. Es hat am Freitag seine Argumente gegen einen Namenswechsel präsentiert und fordert statt einem neuen Namen eine mutigere Politik.

Geduldsprobe für Autofahrer - Stau vor dem Gotthardtunnel
Schweiz

Geduldsprobe für Autofahrer - Stau vor dem Gotthardtunnel

Am Nordportal des Gotthard-Strassentunnels haben sich am Samstagmorgen die Fahrzeuge auf einer Länge von 12 Kilometern gestaut. Der Zeitverlust auf dem Weg nach Süden betrug zwischen Erstfeld und Göschenen im Kanton Uri rund zwei Stunden.

2500 müssen in Quarantäne an der Hotelfachschule Lausanne
Schweiz

2500 müssen in Quarantäne an der Hotelfachschule Lausanne

Quarantäne für 2500 Studierende an der Hotelfachschule Lausanne (EHL). Es betrifft somit den gesamten Bachelor-Studiengang, etwa drei Viertel der Hochschule. Die Quarantäne gilt bis 28. September, wie die Behörden des Kantons Waadt am Mittwochabend mitteilten.