Grossbritannien prüft laxere Regeln für Börsengänge


News Redaktion
Wirtschaft / 19.11.20 16:24

Das britische Finanzministerium will mehr Technologiekonzerne an die Londoner Börse locken. Es werde daher geprüft, die Regeln für Börsengänge zu lockern, teilte das Ministerium am Donnerstag mit.

Das britische Finanzministerium will mehr Technologiekonzerne an die Londoner Börse locken. Es prüft daher, die Regeln für Börsengänge zu lockern. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/EPA/WILL OLIVER)
Das britische Finanzministerium will mehr Technologiekonzerne an die Londoner Börse locken. Es prüft daher, die Regeln für Börsengänge zu lockern. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/EPA/WILL OLIVER)

Das Vorhaben stiess auf Widerspruch: Einige Anleger warnten vor einem Wilden Westen. Der ehemalige EU-Finanzkommissar Jonathan Hill werde unter anderem die Regeln für den Streubesitz und unterschiedliche Aktiengattungen prüfen, erklärte das Finanzministerium. Bislang müssen an der London Stock Exchange (LSE) gelistete Firmen mindestens einen Streubesitz von 25 Prozent haben.

Die Nutzung verschiedener Aktiengattungen, die bestimmten Papieren mehr Stimmrechte verleihen und in den USA weit verbreitet sind, ist beschränkt. Einige Start-up-Gründer schrecken vor einem Börsengang in London zurück, weil sie fürchten, die Kontrolle über ihr Unternehmen zu verlieren und weniger Instrumente gegen eine feindliche Übernahme in der Hand zu haben.

Aktionärsvertreter stellen sich gegen unterschiedliche Aktiengattungen. Das Prinzip Eine Aktie, ein Stimmrecht schütze Minderheitsaktionäre und sorge für eine bessere Unternehmensführung. Man wolle für Börsennotierungen keine Regelungen wie im Wilden Westen, sagte Dean Buckner vom Aktionärsverband UK Shareholders.

Der Kampf zwischen den Börsen in New York, London, Hongkong und anderen grossen Finanzplätzen um attraktive Börsenkandidaten ist intensiv. An der LSE sind 1100 Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von drei Billionen Pfund (3,6 Billionen Franken) gelistet. Hill will seine Empfehlungen Anfang nächsten Jahres präsentieren.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Dortmund verliert gegen Köln - Vargas trifft
Sport

Dortmund verliert gegen Köln - Vargas trifft

Dortmund erleidet einen überraschenden Rückschlag in der Bundesliga. Die Mannschaft von Lucien Favre unterliegt in der 9. Runde daheim dem 1. FC Köln, der erstmals seit Ende Februar drei Punkte holt.

Taiwans Opposition wirft im Parlament mit Schweine-Innereien
International

Taiwans Opposition wirft im Parlament mit Schweine-Innereien

Im Streit um US-Fleischimporte ist es im Parlament der Inselrepublik Taiwan zu einem Tumult mit Schweinedärmen gekommen. Wie lokale Medien berichteten, entleerten Mitglieder der Oppositionspartei Kuomintang (KMT) am Freitag Eimer mit den Innereien im Parlament und warfen damit auf ihre politischen Gegner. Auf Videos von dem Vorfall war zu sehen, wie Politiker aus beiden Lagern die Schweineteile aufnahmen und sich gegenseitig damit bewarfen. Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen hatte im August angekündigt, dass die Regierung ab dem 1. Januar die Einfuhr von US-amerikanischem Schweinefleisch mit dem Zusatzstoff Ractopamin, der bislang nicht eingeführt werden durfte, gestatten wird.

Wintersperre am Glaubenbielenpass zwischen Obwalden und Luzern
Regional

Wintersperre am Glaubenbielenpass zwischen Obwalden und Luzern

Aufgrund der Wetterprognosen gilt auf der Panoramastrasse zwischen Giswil OW und Sörenberg LU ab heute Montag um 16 Uhr die Wintersperre. Die Strasse soll - je nach Witterung - Ende April 2021 wieder aufgehen.

Zürcher sagen Ja zu neuem Fördersystem für Tanz und Theater
Schweiz

Zürcher sagen Ja zu neuem Fördersystem für Tanz und Theater

Mehr Subventionen für die freie Szene, etwas weniger für die traditionellen Häuser: Die Zürcherinnen und Zürcher haben dem neuen Fördersystem für Tanz und Theater mit einem Ja-Stimmenanteil von 68 Prozent zugestimmt.