Grossbritannien stellt Reisen nach sechs afrikanischen Ländern ein


News Redaktion
International / 26.11.21 00:04

Grossbritannien hat wegen einer neuen Variante des Coronavirus den Reiseverkehr mit sechs afrikanischen Ländern eingestellt. Israel schränkt Reisen mit diesen Ländern ein. Die Fluggesellschaften Swiss und Edelweiss beobachten die weitere Entwicklung.

Die Fluggesellschaften Swiss und Edelweiss fliegen mit Johannesburg und Kapstadt zwei Destinationen im südlichen Afrika an. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI)
Die Fluggesellschaften Swiss und Edelweiss fliegen mit Johannesburg und Kapstadt zwei Destinationen im südlichen Afrika an. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI)

Es gebe Hinweise darauf, dass die neue Corona-Variante möglicherweise übertragbarer sei als die Delta-Variante und dass Impfstoffe (...) möglicherweise weniger wirksam seien, sagte der britische Gesundheitsminister Sajid Javid am Donnerstagabend.

Deshalb würden alle Flüge aus Südafrika, Namibia, Lesotho, Eswatini, Simbabwe und Botsuana nach Grossbritannien von Freitagmittag an eingestellt. Reisende, die bis dahin noch aus einem dieser Länder in Grossbritannien ankommen, müssten sich in Quarantäne begeben und am zweiten und achten Tag einen PCR-Test machen. Javid rief auch alle Reisenden, die in den vergangenen zehn Tagen aus diesen Ländern gekommen waren, auf, sich zu isolieren und testen zu lassen.

Südafrikanische Wissenschaftler hatten zuvor mitgeteilt, die neue Variante mit der wissenschaftlichen Bezeichnung B.1.1.529 weise eine sehr hohe Anzahl von Mutationen auf und gebe Anlass zur Sorge. Südafrikas Gesundheitsminister Joe Phaahla bezeichnete die Variante als ernsthaft besorgniserregend und als Ursache für einen exponentiellen Anstieg der gemeldeten Fälle in seinem Land.

Das südafrikanische Institut für Ansteckende Krankheiten NICD teilte am Donnerstag mit, es seien in Südafrika erste 22 Fälle der neuen Variante B.1.1.529 nachgewiesen worden. Mit mehr Fällen sei im Zuge der laufenden Genomanalysen zu rechnen. Obwohl die Datenlage noch beschränkt ist, machen unsere Experten mit allen Überwachungssystemen Überstunden, um die neue Variante und die damit möglicherweise verbundenen Implikationen zu verstehen.

Die Wirksamkeit der Vakzine gegen diese Virusvariante ist demnach noch unklar. Am Freitag soll auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) über B.1.1.529 beraten. Die Variante war nach Angaben der Wissenschaftler bislang in Botsuana und Hongkong bei Reisenden aus Südafrika entdeckt worden.

Die Swiss fliegt nach Angaben eines Sprechers nur Johannesburg an. Der nächste Flug findet am Samstag, 27. November, statt. Bisher sei dieser Flug noch nicht gestrichen worden. Die Fluggesellschaft Edelweiss hat laut einem Sprecher nur die Destination Kapstadt im Angebot. Der nächste Flug findet am Montag, 29. November.

In Südafrika war vergangenes Jahr bereits die Beta-Variante des Virus entdeckt worden. Südafrika ist mit rund 2,95 Millionen Corona-Fällen und mehr als 89600 Toten das nach offiziellen Zahlen am schwersten betroffene Land in Afrika.

(sda)


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