Grosse Lücken in Onlineshops bei Informationen zu Lebensmitteln


News Redaktion
Schweiz / 20.10.21 11:26

In vier von fünf Onlineshops sind die Angaben zu Lebensmitteln mangelhaft oder fehlen gänzlich. Zu diesem Schluss kommt der Verband der Schweizer Kantonschemiker nach einer Überprüfung von 323 Webshops von Drogerien, Bäckereien sowie Versand- und Detailhändlern.

In der Coronapandemie haben die Menschen auch Lebensmittel zunehmend im Internet eingekauft. Bei der korrekten Deklaration der Lebensmittel hapert es jedoch gewaltig, wie eine nationale Kontrolle der Kantonschemiker ergeben hat. (Themenbild) (FOTO: KEYSTONE/DPA/UWE ANSPACH)
In der Coronapandemie haben die Menschen auch Lebensmittel zunehmend im Internet eingekauft. Bei der korrekten Deklaration der Lebensmittel hapert es jedoch gewaltig, wie eine nationale Kontrolle der Kantonschemiker ergeben hat. (Themenbild) (FOTO: KEYSTONE/DPA/UWE ANSPACH)

Die nationale Kontrolle habe aufgezeigt, dass bei der Deklaration von in Onlineshops angebotenen Lebensmitteln wesentliche Verbesserungen notwendig seien, teilte der Verband der Kantonschemiker der Schweiz am Dienstag mit. Bei rund 78 Prozent der Shops waren die Angaben demnach mangelhaft. Am häufigsten betraf dies Angaben zu allergenen Zutaten und allgemein die Verzeichnisse der Zutaten.

Die Kantonschemiker hätten deshalb Massnahmen veranlasst, damit die Mängel behoben werden. Konsumentinnen und Konsumenten könnten und müssten so künftig auch online vollständig und korrekt zu Lebensmitteln informiert werden.

Der Luzerner Kantonschemiker Silvio Arpagaus sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, sämtliche fehlbaren Shopbetreiber hätten bereits eine Verfügung erhalten, die sie auffordere, die Mängel zu beheben. Man werde bei künftigen Kontrollen überprüfen, ob die Lebensmittel im Netz korrekt deklariert werden.

Es gehe auch darum, die Onlineanbieter für die seit 2018 geltenden Regelungen zu sensibilisieren und dass in diesem Bereich kein rechtsfreier Raum bestehe, so Arpagaus. Die Kontrolle sei erstmals in einem nationalen Kontext durchgeführt worden.

Seit dem Ausbruch der Coronapandemie sei online auch das digitale Angebot an Lebensmitteln gestiegen, hiess es in der Mitteilung der Kantonschemiker weiter. Wer im Netz einkaufe, könne allerdings Angaben zur Herkunft oder den Zutaten nicht einfach wie im Laden der Etikette entnehmen.

Das geltende Lebensmittelgesetz verlange deshalb, dass diese Informationen auch online verfügbar sind. Ausgenommen davon seien nur das Haltbarkeitsdatum und das Warenlos.

Neben seriösen Anbietern gibt es auch Verkäufer, die gesundheitlich bedenkliche Produkten anbieten, schreibt das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) dazu auf seiner Webseite. Vorsicht geboten sei insbesondere bei als Nahrungsergänzungsmittel bezeichneten Produkten. Diese enthielten häufig nicht zulässige Zutaten.

Das BLV betont weiter, dass ausländische Webshops der Schweizer Gesetzgebung nicht unterstehen. Kritisches Prüfen der Quellen sei deshalb wichtig. Die Konsumentinnen und Konsumenten trügen die Verantwortung und das Risiko beim Import von Lebensmitteln für den Eigengebrauch.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Soziologin: Stille Triage ist ethisch verheerend
Schweiz

Soziologin: Stille Triage ist ethisch verheerend

Überfüllte Intensivstationen wegen Covid-19 führen stillschweigend zu einer Selektion der zu behandelnden Patienten. Diese stille Triage sei ethisch verheerend, sagte Tanja Krones, Mitglied der Nationalen Ethikkommission, in einem Interview mit der NZZ.

Diamond League plant mit 14 Meetings
Sport

Diamond League plant mit 14 Meetings

Die Diamond League der Leichtathleten soll im kommenden Jahr wieder 14 Meetings umfassen.

Frauen-Fussball soll mit einer Heim-EM gefördert werden
Sport

Frauen-Fussball soll mit einer Heim-EM gefördert werden

Der Schweizerische Fussballverband SFV bewirbt sich für die Durchführung der Frauen-Europameisterschaft 2025.

Sorgen wegen neuer Corona-Variante im Süden Afrikas
International

Sorgen wegen neuer Corona-Variante im Süden Afrikas

Die Ausbreitung einer neuen möglicherweise gefährlicheren Variante des Coronavirus im südlichen Afrika hat international Besorgnis ausgelöst. Experten befürchten, dass die Variante B.1.1.529 wegen ungewöhnlich vieler Mutationen hoch ansteckend sein könnte und zudem den Schutzschild der Impfstoffe leichter durchdringen könnte. Grossbritannien und Israel schränkten deswegen vorsorglich den Flugverkehr in die Staaten der Region ein. Der geschäftsführende Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) rechnet damit, dass auch in Deutschland "in Kürze" der Flugverkehr ins südliche Afrika unterbrochen werden muss.