Grundversorgung im Spital Wolhusen soll gesetzlich verankert werden


News Redaktion
Regional / 23.06.21 08:48

Im Luzerner Kantonsspital Wolhusen soll das medizinische Angebot nicht abgebaut werden. Dies fordern 65 der 120 Kantonsratsmitglieder in einer Motion. Um den Umfang der Grund- und Notfallversorgung auf der Landschaft zu sichern, soll dieser im Gesetz verankert werden.

Das bestehende Spital in Wolhusen LU soll einem Neubau weichen. Politiker befürchten, dass in diesem nur noch eine ungenügende medizinische Versorgung angeboten wird. (Archivaufnahme) (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)
Das bestehende Spital in Wolhusen LU soll einem Neubau weichen. Politiker befürchten, dass in diesem nur noch eine ungenügende medizinische Versorgung angeboten wird. (Archivaufnahme) (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)

In Wolhusen soll das heutige Spital durch einen Neubau ersetzt werden. Die Ankündigung, dass gleichzeitig das medizinische Angebot überprüft werde, stiess in den Regionen Entlebuch und Hinterland auf Kritik.

Nun formiert sich im kantonalen Parlament eine Front gegen einen allfälligen Leistungsabbau. Der Entlebucher Arzt Bernhard Steiner (SVP) reichte mit Unterstützung von Kantonsratsmitgliedern der CVP, FDP und SP eine Motion ein, die im Gesetz die medizinische Grund- und Notfallversorgung auf dem Land sichern will, wie er am Mittwoch mitteilte.

Die Motionärinnen und Motionäre befürchten, dass das Kantonsspital nicht nur in Wolhusen, sondern auch in Sursee, wo ebenfalls ein Neubau geplant ist, Leistungen reduzieren könnte. Sie fordern, dass an beiden Standorten weiterhin Medizin, Chirurgie, Geburtshilfe und Gynäkologie, Anästhesie, Intensivmedizin, sowie während 24 Stunden am Tag ein interdisziplinärer Notfall angeboten werde.

Eine Reduktion der medizinischen Grundversorgung sei aus medizinischen, sozialen und regionalpolitischen Gründen abzulehnen, heisst es in der Motion. Der Bevölkerung dürfe weder aus unternehmerischen noch finanziellen Gründen die verfassungsmässig garantierte medizinische Grundversorgung vorenthalten werden.

In der Motion wird ausgeführt, dass der Verzicht auf eine interdisziplinäre Intensivstation dazu führen werde, dass keine kritisch-kranken Patienten mehr behandelt werden können. Weil dann nur noch ein Bruchteil der heutigen Operationen durchgeführt werden könne, werde hoch qualifiziertes Personal abwandern.

Geprüft wird, ob in Wolhusen nur noch hebammengeleitete Geburten durchgeführt werden sollen. Die Motionärinnen und Motionäre erklären, dass bereits die Gebärabteilungen in den Berner Spitälern von Langnau und Huttwil geschlossen worden seien. Das Angebot in Wolhusen habe dadurch für die Region an Bedeutung gewonnen.

(sda)


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