Hacker erpressen Geschäftsstelle der Gewerbeverbände St. Gallen


Roman Spirig
Regional / 24.06.19 16:00

Die Geschäftsstelle der Gewerbeverbände St. Gallen ist vergangene Woche Opfer eines Hackerangriffs geworden. Auf die Forderungen der Erpresser ging die Geschäftsstelle nicht ein, stattdessen wurde Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Hacker erpressen Geschäftsstelle der Gewerbeverbände St. Gallen (Foto: KEYSTONE /  / )
Hacker erpressen Geschäftsstelle der Gewerbeverbände St. Gallen

Geschäftsführer Felix Keller bestätigte einen entsprechenden Bericht auf "Tagblatt Online": "Morgens um vier Uhr wurde bei unseren Informatikern Alarm ausgelöst." Schnell war klar, dass die EDV gehackt worden war. Die Erpresser schalteten einen Countdown von 33 Stunden, 33 Minuten und 33 Sekunden auf. Solange hatte die Geschäftsstelle Zeit, um auf die Forderungen der Hacker einzugehen und ihre Daten zurückzuerhalten.

Die Buchhaltung sowie sämtliche Word- und Office-Dokumente der letzten beiden Monate seien weg, sagte Keller. Ausserdem verschlüsselten die Hacker die Adressverwaltung. Die Erpresser verlangten mehrere zehntausend Franken "Lösegeld" für die Daten. "Wir sind nicht auf die Forderungen eingegangen", so Keller. Nun müssten die fehlenden Daten aufgearbeitet werden. Dies sei aber möglich.

"Unsere Sicherheitsmassnahmen waren schon vor dem Angriff auf sehr hohem Niveau und werden laufend aktualisiert", sagte Keller auf Anfrage von Keystone-SDA. Dennoch konnten die Hacker die EDV-Anlage der Geschäftsstelle lahmlegen.

Der Hackerangriff erfolgte mitten in den Lehrabschlussprüfungen (LAP). Die Geschäftsstelle der Gewerbeverbände St. Gallen ist dabei für die Notenverarbeitung zuständig. Diese Daten seien aber nicht betroffen. "Es wurde ein Parallelnetz für die Weiterverarbeitung der Noten aufgebaut", heisst es in einem Schreiben an die Berufsverbände.

Die Notenverarbeitung verlief innert Stunden wieder nach Plan. Die Daten selbst sind nicht komprimiert worden. "Die Verarbeitung der rund 8500 Lehrabschlussprüfungen erfolgte auf einer Plattform des Kantons und diese war zu keiner Zeit betroffen", betonte Keller.

Auch seien sämtliche Server neu aufgesetzt worden und wieder in Betrieb. Auch mit der Cyper-Unit der Kantonspolizei St. Gallen trat Keller in Kontakt. Ein konkreter Hinweis auf die Täter fehlt bislang. Das Kompetenzzentrum für die Bearbeitung von Cybercrime-Delikten hat im vergangenen September seine Arbeit aufgenommen und schult Polizisten bei der Ermittlung von Internet-Betrügern.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Biel - Rapperswil-Jona Lakers: Melvin Nyffelers zweiter Shutout
Sport

Biel - Rapperswil-Jona Lakers: Melvin Nyffelers zweiter Shutout

Der EHC Biel kassiert nach Siegen gegen Freiburg und Servette im Heimspiel gegen die Rapperswil-Jona Lakers mit 0:1 nach Verlängerung die erste Saisonniederlage.

Ständerat gegen eine Rückweisung des Rahmenabkommens
Regional

Ständerat gegen eine Rückweisung des Rahmenabkommens

Der Ständerat will das institutionelle Rahmenabkommen mit der EU nicht zurückweisen. Er hat eine Motion von Peter Föhn (SVP/SZ) am Dienstag mit 37 zu den 5 Stimmen der SVP abgelehnt.

Dortmund vergibt Sieg gegen Barcelona
Sport

Dortmund vergibt Sieg gegen Barcelona

Nach dem ersten Spieltag der Champions League liegt in der vermeintlichen Hammergruppe F noch alles beisammen. Der Auftakt-Knüller zwischen Dortmund und Barcelona (0:0) findet eben sowenig einen Sieger wie das Duell zwischen Inter Mailand und Slavia Prag (1:1).

Tour-Sieger Bernals Verzicht auf WM-Teilnahme
Sport

Tour-Sieger Bernals Verzicht auf WM-Teilnahme

Egan Bernal wird nicht am WM-Strassenrennen in der Region Yorkshire teilnehmen. Der 22-Jährige vom britischen Team Ineos war vom kolumbianischen Nationaltrainer als Fahrer für den Start gemeldet worden. Doch Bernal, der als erster Kolumbianer die Tour de France gewann, entschied sich dazu, das Aufgebot abzulehnen ohne Grund.