Harte Worte und Wut: Gastrosuisse ist "frustriert und bitter enttäuscht"


Roman Spirig
Schweiz / 24.02.21 20:33

Exakt eine Stunde nach Beginn der Medienkonferenz des Bundesrates meldet sich die Gastro-Branche zu Wort. Man sei "frustriert und bitter enttäuscht", so Casimir Platzer, Präsident von Gastrosuisse. Man wolle selbstverständlich auch keinen Jo-Jo-Effekt und ebenso wenig eine dritte Welle, doch stünden im aktuellen Zustand Schaden und Nutzen in keinem Verhältnis.

Für Gastrosuisse ist der Entscheid des Bundesrats nicht nachvollziehbar, dass die Restaurants vorläufig geschlossen bleiben. Der Verband für Hotellerie und Restauration fordert nun rasche Entschädigungen für die betroffenen Betriebe.

"Dass es für das Gastgewerbe Anfang März keine Lockerungen geben soll, ist fatal", sagte Casimir Platzer, Präsident von Gastrosuisse, am Mittwoch vor den Medien. Ein Lockdown könne keine Langzeitstrategie sein.

Die Richtwerte des Bundesrates für die Öffnung von Terrassen und Restaurants würden bereits heute bestehen. Seit November seien alle Zahlen am Sinken - von den Ansteckungen bis zu den belegten Intensivbetten in den Spitälern. Zudem gebe es keine übermässigen Ansteckungen in Restaurants.

Auch Massimo Suter, Vizepräsident von Gastrosuisse und Präsident von Gastro Ticino, betonte, es gebe bisher keinen Nachweis, dass die Restaurants ein Ansteckungsherd seien.

Gilles Meystre, Präsident von Gastro Vaud, sagte, es bestehe ein grosses Unverständnis darüber, dass der Bundesrat am Mittwoch entschieden habe, die Schliessung des Gastgewerbes zu verlängern. Die Lage sei für die Branche in finanzieller, sozialer und psychischer Hinsicht dramatisch. Die erste Dringlichkeit sei es nun, die Unternehmen rasch zu entschädigen.

Platzer sagte, dem Gastgewerbe sei mehr als ein halbes Jahr Arbeitsverbot auferlegt worden. "Wir möchten eine Ausfallentschädigung für die ungedeckten Kosten." Die Härtefallregelung greife nicht, viele Unternehmen hätten noch kein Geld erhalten. Gastrosuisse fordere, dass der Bund die Branche mit à-fonds-perdu-Beiträgen unterstütze. Korrekturen seien auch bei der Kurzarbeitsentschädigung sowie bei der Erwerbsausfallentschädigung nötig. 

Diese Forderung stellt nun Gastrosuisse an den Bundesrat:


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