Heftige Gewitter sind über die Schweiz gezogen - mehrere Verletzte


Roman Spirig
Regional / 07.07.19 10:02

Über die Schweiz sind am Samstagnachmittag heftige Gewitter hinweggefegt. Besonders betroffen war die Zentralschweiz. In Unterägeri ZG schlug ein Blitz in ein Wohnhaus ein, in Luzern wurden vier Personen durch umstürzende Bäume verletzt.

Alle Verletzten wurden durch den Rettungsdienst ins Spital gebracht. Betroffen war der Bireggwald oberhalb der Stadt Luzern. Polizei, Feuerwehr und Ambulanzen waren dort im Einsatz, wie die Polizei auf Anfrage bestätigte. Insgesamt gingen bei der Luzerner Polizei 100 Meldungen ein.

Am Abend war die Bahnstrecke zwischen Luzern und Meggen auf der LInie nach Arth-Goldau SZ wegen Unwetterschäden unterbrochen. Reisende mussten auf Busse umsteigen. Fernverkehrszüge wurden umgeleitet. In Kriens war der Betrieb der Pilatusbahnen teilweise durch einen umgestürzten Baum ebenfalls unterbrochen.

In einem Zweifamilienhaus in Unterägeri schlug am Nachmittag ein Blitz ein. Verletzt wurde niemand. Der Blitzeinschlag führte zu keinem Feuer, richtete aber grossen Schaden an. Ein Teil des Hauses ist zur Zeit jedoch nicht mehr bewohnbar, für die vierköpfige Familie konnte eine Ersatzunterkunft organisiert werden, wie die Zuger Polizei mitteilte. Zudem wurde ein Auto durch herabstürzende Ziegel getroffen.

Auf dem Aegerisee musste ein Katamaran geborgen werden, in der Gemeinde Oberägeri wurde ein Stalldach beschädigt und in Zug ist ein Baum auf einen Wanderweg gestürzt. In Cham und in Zug drohten zwei Baugerüste umzustürzen und mussten gesichert werden. Laut Polizei gab es bislang keine Verletzten.

Im Kanton Schwyz betraf die Mehrzahl der rund 30 Notrufe, die bei der Kantonspolizei innert 90 Minuten eingingen, umgestürzte Bäume und Bauabschrankungen sowie weitere Gegenstände, die vom Wind losgerissen wurden. Verletzt wurde niemand.

Auf dem Zürichsee gerieten drei Boote in Seenot, weshalb der Seerettungsdienst Pfäffikon aufgeboten wurde, wie die Kantonspolizei Schwyz weiter mitteilte. Ein Segelboot in Nuolen kenterte, die beiden Passagiere wurden von einem anderen Boot in Sicherheit gebracht. In Unteriberg und in Arth wurden Hausdächer abgedeckt.

Ein heftiges Gewitter zog auch über das Sarneraatal, wie die Kantonspolizei Obwalden mitteilte. In mehreren Gemeinden kam es durch umgestürzte Bäume zu Verkehrsbehinderungen. In Alpnach Dorf fielen mehrere Bäume auf ein Fahrzeug. Dabei wurden mehrere Personen im Auto eingeklemmt und mussten mit schwerem Gerät befreit werden. Eine Person wurde lebensgefährlich verletzt und durch die Rega ins Spital gebracht.

Im Kanton Bern gingen innert drei Stunden rund 30 Meldungen im Zusammenhang mit Gewittern ein, wie eine Sprecherin der Kantonspolizei auf Anfrage sagte. Die meisten davon hätten umgestürzte Bäume, abgeknickte Äste oder weggewehte Gegenstände betroffen. Meldungen über Verletzte gab es nicht.

Die von MeteoSchweiz erhobenen Daten sind ausserordentlich: So wurden in Luzern Windspitzen von 135 Kilometer pro Stunde (km/h) gemessen: Dabei handelt es sich um den dritthöchsten Wert seit der Einführung der einheitlichen Messungen im Jahr 1981.

Nur gerade der Sturm Lothar vom 26. Dezember 1999 mit über 140 km/h und der Sturm vom 26. Januar 1995 mit rund 140 km/h erreichten höhere Werte. Bemerkenswert war auch der Temperatursturz, wie der Meteorologe Ludwig Zgraggen von MeteoSchweiz der Agentur Keystone-SDA sagte: Innerhalb von nur gerade 20 Minuten fiel das Thermometer um acht Grad von 24 auf 16 Grad.

Der Gewitterzug sei von West nach Ost entlang der Voralpen durch die Schweiz gezogen. Generell seien in der Zentralschweiz verbreitet 90 bis 110 km/h Windspitzen gemessen worden. Aber auch in Thun habe der Wind Spitzen von 94 km/h erreicht und im waadtländischen Oron seien es sogar 110 km/h gewesen. Für den Zürichsee, wo am Abend wiederum Hunderttausende am Züri Fäscht erwartet wurden, wurde am Nachmittag eine Sturmwarnung herausgegeben.

(sda)


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